#14 Warum Lesekompetenz der Schlüssel für Bildung, Teilhabe und Demokratie ist
Shownotes
In dieser Folge von Weiter:denken, dem Podcast der Universität Koblenz, spricht Dr. Inka Engel mit Prof. Dr. Benjamin Jakob Uhl, Professor für Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Sprachbildung. Im Mittelpunkt steht das Leseförderprojekt Leseband L, das an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen umgesetzt wird. Gemeinsam werfen sie einen Blick auf alarmierende Zahlen zur Lesekompetenz von Kindern in Deutschland, diskutieren Ursachen und gesellschaftliche Folgen von Leseschwierigkeiten – und zeigen, wie evidenzbasierte Leseförderung gelingen kann. Dabei geht es nicht nur um Unterricht, sondern um Selbstwirksamkeit, Teilhabe und Demokratie. Eine Folge über Lesen als Schlüsselkompetenz – und darüber, warum frühe Förderung entscheidend ist.
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00:00:00: Willkommen bei Weiterdenkung, dem Podcast der Universität Koblenz.
00:00:05: Hier sprechen wir über Forschung, Wissen und Ideen, die Bewegung.
00:00:10: Denn Wissen schafft Verbindung.
00:00:14: Was passiert eigentlich, wenn Lesen nicht klappt, wenn Buchstaben keine Geschichte erzählen, sondern Gust auslösen?
00:00:22: Und was braucht es, damit Lesen wieder neugierig macht, statt zu überfordern?
00:00:26: Willkommen zu unserer neuen Folge von Weiterdenken.
00:00:29: Mein Name ist Dr.
00:00:30: Inka Engel und heute habe ich zu Gast Professor Dr.
00:00:34: Benjamin Jakob Ull.
00:00:36: Benjamin, du bist Professor für Grundschulpädagog mit dem Schwerpunkt Sprachbildung an unserer Universität hier in Koblenz.
00:00:43: Du leitest unter anderem das Projekt zur Leseförderung Leseband L und genau darum wird es auch heute gehen.
00:00:50: Schön, dass du da bist.
00:00:51: Ja, ganz herzlichen Dank für die Einladung.
00:00:53: Ich freue mich, hier sein zu können.
00:00:55: Super.
00:00:56: Liebe
00:00:57: Hörerinnen, erinnert ihr euch noch daran, wie ihr lesen gelernt habt?
00:01:01: Hattet ihr Spaß daran?
00:01:03: Oder war es eher eine Herausforderung?
00:01:06: Diese frühen Erfahrungen prägen oft unser Verhältnis zur Sprache eigentlich in dem langen.
00:01:11: Und genau darum sprechen wir heute auch darüber.
00:01:14: Es ist vielleicht für viele schwer vorstellbar, aber es gibt deutlich mehr Menschen auch in Deutschland, die entweder nicht oder eingeschränkt lesen können.
00:01:22: Wo befinden wir uns da so ungefähr?
00:01:24: Hast du?
00:01:25: Ein paar Zahlen für uns?
00:01:27: Ja, also so auf den Bereich der Schule geschaut ist es so, wir haben ja Bildungsmonitoring in Deutschland.
00:01:36: Und da ist eben immer auch das Erheben von Basiskompetenzen ganz wichtig, also Lesenschreiben, Naturwissenschaft.
00:01:44: Und ja, wenn man da so in die letzten großen Studien schaut, aktuelle Iglu-Studie, die die Lesekompetenz im Grundschulalter eben auch erhebt.
00:01:53: Da sind wir mittlerweile bei einem Viertel aller Grundschulkinder, die die sogenannten Mindeststandards nicht erfüllen.
00:02:01: Das heißt konkret, dass diese Schülerinnen und Schüler quasi eigentlich über die Grundschulzeit nicht mit der nötigen Lesekompetenz in Anführungszeichen versorgt werden, die da nötig wäre, um später im Schulunterricht der Sekundarstufe eins mithalten zu können.
00:02:18: Ist das über die Jahre irgendwie mehr geworden?
00:02:21: oder ist das so, dass wir jetzt erst einmal darauf schauen?
00:02:24: Ja, das Frustrierende daran ist, ist eher mehr geworden.
00:02:29: Also es gab ja den großen Pisa-Shock, im Jahr zwanzig.
00:02:34: Entschuldigung, zwanzig.
00:02:36: Genau, das war der erste Pisa-Shock, wo man wirklich auch vom Schock spricht, weil man dacht, Deutschland, das Land der Dichter und Denker quasi in Anführungszeichen.
00:02:45: Schneidet da viel besser ab und es kam halt raus.
00:02:48: Ja, wir sind eher so mittelmäßig im Lesen.
00:02:50: Und daraufhin ist ja dann sehr viel passiert in der Bildungslandschaft.
00:02:56: Sehr viel Geld in so ein Bildungsmonitoring geflossen.
00:03:00: Und ja, mit der großen Hoffnung, es hat einen positiven Einfluss auf den Schulunterricht.
00:03:08: Aber ja, das Gegenteil ist eher der Fall.
00:03:11: Die Lesekompetenz gab man zwischenzeitlich.
00:03:14: ist sie mal temporär angestiegen, aber jetzt ist sie eben, wenn man sich die Werte anschaut, so schlecht wie noch nie.
00:03:20: Wie erklärst du
00:03:21: dir das?
00:03:23: Das hat ganz verschiedene Faktoren, die da mit rein spielen.
00:03:26: Also zum einen ist es so, dass Studier mittlerweile auch zeigen, dass so diese großen, large-scale Untersuchungen, die an Schulen gemacht werden, dass die Ergebnisse ganz schlecht in den Schulalltag einfließen.
00:03:39: Ja.
00:03:40: Also das Lehrerinnen und Lehrer, die auf die Ergebnisse eigentlich gar nicht zurückgreifen, um Unterrichtsprozesse irgendwie zu planen und um Unterricht zu gestalten.
00:03:48: Das war die große Hoffnung, als man das damals eingeführt hat, dass das dann der Fall wäre.
00:03:51: Das hat sich so nicht wirklich bewahrheitet.
00:03:56: Und dann sind natürlich auch... Die Anforderungen an Schülerinnen und Schüler in den letzten zwanzig Jahren massiv gestiegen.
00:04:03: Die Schullandschaft hat sich verändert.
00:04:05: Das kommt dann natürlich auch mit rein.
00:04:06: Kommen wir erstmal auf den ersten Punkt zu sprechen.
00:04:08: Also letztlich, das ist ja auch so ein bisschen das, was wir versuchen an der Universität mit Wissenschaftskommunikation und Transfer.
00:04:15: Dass gerade so Ergebnisse halt nicht im Elfenbeinturm wie man es so schön sagt bleiben, sondern halt eben in die Gesellschaft getragen werden, dass halt eben solche Ergebnisse dann auch verwendet werden.
00:04:24: Dass es irgendwie in Kreislauf kommt und halt eben auch Ja, eine Verbesserung irgendwie stattfindet.
00:04:30: Ihr habt ein Projekt initiiert, das genau das aber tut.
00:04:35: Das Ganze nennt sich Leseband L. Kannst du unseren Zuhörenden einmal erklären, um was es da geht?
00:04:41: Genau, also Lesebänder sind, ist ein Leseförderansatz, der sagt, es ist gut, wenn eben das Lesen jenseits vom Deutschen Unterricht flächendeckend in den Wochenalltag integriert wird.
00:04:54: und dass sich am besten so was wie eine verpflichtende Lesezeit wie so einen Band quasi, deswegen der Name Leseband, durch die Schulwoche zieht.
00:05:02: Und das ist da eben die Grundidee, verpflichtende Lesezeiten im Schulalltag in der Woche der Schülerinnen und Schüler zu implementieren, wo dann auch mit bestimmten evidenzbasierten Methoden gearbeitet wird, wo man weiß, bringen auch tatsächlich was mit Blick auf die Lesekompetenz, um so eben... die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler zu verbessern.
00:05:24: Und von welchem zeitlichen Spektrum sprechen wir da?
00:05:27: Weil, also ich weiß aus eigener Erfahrung, als Lehrerin hat man nur immer viel zu tun.
00:05:32: Wie sieht das dann da aus?
00:05:34: Genau, also wir empfehlen, also der Begriff Leseband ist kein geschützter Begriff.
00:05:38: Und gerade auch so, wenn man sich so in die verschiedenen Bundesländer so reinschaut, viele Bundesländer sind dabei, Lesebänder zu implementieren und nennen dann die freien Lesezeiten auch Leseband.
00:05:48: dass so auswissenschaftlicher sich nicht so gut ist, weil hinter dem Begriff eigentlich ein Konzept eben auch steckt.
00:05:54: Aber wir empfehlen eben... mindestens viermal die Woche, zwanzig Minuten eben dieses Leseband dann durchzuführen.
00:06:01: Und an wie vielen Schulen findet das so aktuell statt?
00:06:03: Was sind das so für Schulen?
00:06:04: Wie habt ihr die ausgewählt?
00:06:06: Genau, also im Leseband L ist es so, dass wir spezifisch und das ist in der Bundesrepublik einmalig an wirklich auf Förderschulen gehen und das Leseband L eben deswegen auch dieser Zusatz L eben am Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen umgesetzt wird.
00:06:20: Und da ist es so, wir sind da gerade, jetzt muss ich überlegen, wie viele Schulen wir in der ersten Kohorte haben.
00:06:29: Wir sind jetzt bei ein dreißig Förderschulen.
00:06:31: Und angedacht ist es, dass wir wachsen auf dann wirklich alle zwanzig Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen in Rheinland-Pfalz.
00:06:39: Jetzt hattest du schon gesagt, das sind dann so zwanzig Minuten.
00:06:42: Es gibt ja so ganz klassische Lesefördermaßnahmen, aber das unterscheidet sich ja noch mal ein bisschen.
00:06:48: Also wie kann ich mir diese zwanzig Minuten vorstellen?
00:06:52: Also das sind, man muss jetzt ein bisschen unterscheiden, im klassischen Leseband, sogenannte Lautleseverfahren.
00:06:58: Also Lautleseverfahren, das ist dann beispielsweise, das sind Text abwechselnd in so einem Lesetandem gelesen werden.
00:07:04: Das ist ein Leseflüssigkeits-Training.
00:07:07: Also ein Text wird aufgeteilt, zwei Schülerinnen oder zwei Kinder lesen den Text abwechselnd.
00:07:13: Das wäre diese klassischen Leseverfahren.
00:07:16: Im Leseband L dadurch, dass wir es wirklich mit schwach und schwächtlesenden Schülerinnen und Schülern zu tun haben, die auch ein Konzept, als wir sagen in der Forschung, habitualisierte Nichtleserinnen ausgebildet haben.
00:07:28: Also Leute, die sagen... Lesen ist überhaupt nichts für mich.
00:07:31: Aber ihr setzt ja relativ früh ein oder wenn ich da mal gerade reingeletschen darf.
00:07:34: Also kann man echt schon so in der, ich sag mal, zweiten, dritten, vierten Klasse sagen, Habitus, ich lese nicht gerne.
00:07:42: Ja, ja, auf jeden Fall.
00:07:43: Also weil das hängt auch so ein bisschen mit der Schuhform, dann sehr spezifisch zusammen, also am Schülerinnen und Schüler, am Förderschwerpunkt lernen.
00:07:49: Da ist sozusagen der, die haben schon eine Scheiternserfahrung gemacht.
00:07:55: Also die haben schon mitbekommen.
00:07:57: Meine Skills, die ich so habe, reichen nicht für das Regelschulsystem und die werden dann eben besonders beschult an der Förderschule.
00:08:05: und da haben die auf jeden Fall schon dieses, das bildet sich sehr früh aus.
00:08:09: Du bist in der zweiten Klasse und da merken die schon, ich lese irgendwie anders als die anderen Kinder und da kriegen die Kinder, sind da sehr sensibel und kriegen das schon sehr sehr früh mit.
00:08:18: und da ist es eben auch die Besonderheit in dem Projekt, dass wir.
00:08:22: um nochmal auf deine Fragen mit den Methoden zurückzukommen.
00:08:24: Genau, die zwanzig Minuten.
00:08:25: Genau.
00:08:27: Dass wir da jetzt eben bei diesen Kindern, die eben schon so eine Scheiternserfahrung irgendwo schon erlebt haben, einen sehr bunten methodischen Blumenstrauß anbieten.
00:08:36: Also wir haben zwar auch die Methoden des klassischen Lesebands, aber haben darüber eben auch noch sehr viel literarisch ästhetisch anspruchsvolle Literatur, die wir reingeben, die vor allen Dingen auf so einer Bildebene schön aufgemacht ist, ästhetisch ansprechend ist, dass die Kinder so diese Hemmschwelle von Buch bis nix für mich überwinden und auch mal wieder dann in Bilderbücher beispielsweise gerne reinschauen.
00:08:57: Und wir haben auch eine App, die wir nutzen, mit der eben auch nochmal gezielt gerade solche Wir sagen in der Forschung hier, dass die niedrige Prozesse des Wesens, also so wie Buchstaben, Identifikationen, Wortidentifikationen, die das eben nochmal so ein bisschen spielerisch trainieren.
00:09:12: Wie kam denn die Entscheidung gerade an diese Förderschulen mit Schwerpunkt lernen zu gehen?
00:09:20: Das war so ein bisschen, also ich habe dieses Projekt bekommen.
00:09:27: über Kontakte, über die Schriftung, die das betreut, dass die auch Riedes Schriftung, die schon länger im Austausch mit dem Bildungsministerium war.
00:09:34: Und das war sozusagen ein Wunsch des Bildungsministeriums von Anfang an, es eben an dieser Schulform dann zu implementieren, das Projekt.
00:09:41: Jetzt betrifft das ja Kinder, du hast das schon eigentlich gesagt, die halt eben schon diese Einstellung zum Lesen haben, dass sie eigentlich nicht gerne lesen, die halt auch schon so eine Scheiternserfahrung haben, mit ich komme auf keine Regelschule, ich bin irgendwie anders.
00:09:54: Ich bin wahrscheinlich aus deren Perspektive... schlechter, zumindest mal was halt eben Lernen allgemein angeht, kann denn da sowas wie Leseband L auch allgemein fördern?
00:10:05: Also stärkt zum Beispiel Leseband L auch irgendwie das Selbstbewusstsein von diesen Kindern und wenn ja, wie macht ihr das?
00:10:12: Ja klar, also die Sache ist, wenn man so in schulische Prozesse reinschaut, schulisches Lernen, ist zu einem großen Teil viel Textarbeit.
00:10:21: Also wenn man in andere Unterrichtsfächer reinschaut, jenseits von Deutschunterricht, gerade beispielsweise im Sachunterricht, das ist viel eben auch Lesen.
00:10:29: Also Lesen ist halt eben eine zentrale Schlüsselkompetenz, um überhaupt Unterrichtsgegenstände sich anzueignen.
00:10:36: Und wenn Kinder besser im Lesen werden, dann führt das auch dazu, dass sie im normalen Unterricht eben auch besser mitkommen.
00:10:44: Und das ist eben genau das, wo das Projekt eben auch ansetzt.
00:10:47: Und das zeigen auch Daten aus dem in Anführungszeichen normalen Leseband, dass es dann eben auch im Mathematikunterricht in den anderen Fächern eben auch zu einem Kompetenzzuwachs dann kommt.
00:10:56: und wahrscheinlich ja nicht nur im schulischen Bereich, sondern auch was Gesellschaft angeht.
00:11:01: Also ich habe es noch nie ausprobiert.
00:11:02: Ich fände es gerade total spannend, wenn wir darüber sprechen, wirklich mal zu versuchen, einen Tag nicht zu lesen.
00:11:07: Also es ist ja auch, wenn man ein kleines Kind hat, zuerst mal zu verstehen, dass man dem jetzt nicht gerade mal schnell ein Zettel schreiben kann, weil es ja noch gar nicht lesen kann, so mit fünf, sechs Jahren.
00:11:18: Also das funktioniert ja gar nicht.
00:11:20: Und für uns ist es irgendwie so selbstverständlich häufig, dass selbst wenn wir uns in der Stadt bewegen, wir eigentlich ja lesen können müssen.
00:11:28: Also ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn man wirklich halt nicht lesen kann.
00:11:31: Absolut.
00:11:32: Also von daher wahrscheinlich auch tatsächlich für gesellschaftliche Teilhabe und so weiter.
00:11:35: Super wichtig.
00:11:36: Ja, also das ist ein sehr, sehr spannendes Feld.
00:11:41: Also wir leben einfach in einer literalen Gesellschaft.
00:11:43: Das muss man so sagen.
00:11:45: Also das merkst du auf einer individuellen Ebene.
00:11:47: Also versuch dich mal mit jemandem zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort zu verabreden, wenn man nicht lesen kann.
00:11:52: Das funktioniert ja gar nicht.
00:11:54: Also weil auch Schriftzeichen musst du lesen, Uhrzeiten und so was.
00:11:58: Also das funktioniert nicht.
00:11:59: Und wenn man dann mit so gesellschaftliche Prozesse reinschaut, das ist einfach so vertraut, dass man darüber gar nicht nachdenkt.
00:12:07: Also
00:12:08: alle
00:12:09: wichtigen, die Dinge, die uns wichtig sind, schreiben wir auf.
00:12:13: Und mit Blick auf die Gesellschaft, so was wie... politische Kommunikation, Wissenschaft, Justiz, Journalismus, das funktioniert nicht ohne Textarbeit.
00:12:23: Also es ist immer Textlesen und sich Information über Texte beziehen.
00:12:28: Und deswegen ist es halt auch ganz... und das wird in der Forschung auch, finde ich, noch ein bisschen zu wenig gesehen, wie stark dieser Zusammenhang ist zwischen Lesekompetenz und letztendlich auch politischer Teilhabe.
00:12:41: Also vielleicht für unsere Zuhörerinnen.
00:12:42: Ich werde es auf jeden Fall einmal ausprobieren, einen Tag meist nicht lesen.
00:12:47: Ich muss auf jeden Fall einen Tag nehmen, an dem ich frei habe, weil zumindest meinen Job kann ich nicht tun, ohne zu lesen.
00:12:52: Aber ich glaube, es ist ein ganz spannendes... Experiment so in der Selbstreflexion.
00:12:57: Ein Urlaub in China wäre vielleicht gut von meiner Perspektive aus.
00:13:01: Aber dazu wird es erst mal nicht kommen.
00:13:02: Also versuche ich wirklich mal einen Tag am Wochenende ohne lesen und wahrscheinlich scheitere ich schon um acht Uhr irgendwas, wenn ich meinen Wecker ausstelle und irgendeine Nachricht bekommen habe von irgendeinem Freundin, die mir irgendwas versucht zu erklären bezüglich eines Treffenden.
00:13:17: Und da könnten wir noch sagen, es verändert sich ein Stück weit.
00:13:20: Also wir haben nicht nur eine Voice Funktion, sondern wir haben ja auch die Digitalen Medien, wo ich jetzt mal sagen würde, das ist vielleicht ein bisschen weniger geworden mit dem Lesen oder sehe ich das falsch?
00:13:31: Inwiefern was meinst du, dass man weniger lesen muss durch digitale Medien?
00:13:35: Ja, aber das ist auch immer natürlich in der Forschung so eine Diskussion.
00:13:39: Ich glaube, dass das schreiben wahrscheinlich sehr gut irgendwann verdrängt werden kann durch Digitalität, aber das Informationen aufnehmen.
00:13:49: Ist noch mal was anderes und dann kommt sie auch immer drauf an, was ja auch mit so einer politischen Dimension zusammenhängt, welche Kanäle das letzten Endes sind.
00:13:56: Also der große Vorteil ist ja beim Lesen, dass du dir in deinem eigenen Tempo Informationen aneignen kannst.
00:14:03: Und immer auch in deinem eigenen Tempo schauen kannst.
00:14:08: Ist das gerade eine vertrauenswürdige Quelle oder nicht?
00:14:10: Ich habe ja immer auch Distanz zu einem Text.
00:14:13: Und das ist ja gerade die Schwierigkeit mit digitalen Medien, wenn man da irgendwie an irgendwelche Ich weiß nicht, Informationen über Telegram, Kanäle, YouTube-Portale und so weiter und so fort geht das da natürlich auch ganz viel durch die Schnelligkeit der Informationen auch ein großes Potenzial von Manipulation da ist.
00:14:33: Und das meine ich mit diesem Zusammenhang eben Lesekompetenz und politische Bildung.
00:14:38: dass da natürlich auch das für die Art und Weise, wie wir in der Demokratie Informationen wahrnehmen und auch prüfen können auf Wahrheitsgehalt, dass das damit natürlich auch sehr, sehr stark zusammenhängt.
00:14:49: Wäre
00:14:49: total spannend.
00:14:50: Vielleicht gibt es auch Untersuchungen dazu, tatsächlich mal zu schauen.
00:14:54: zum einen, welche politischen Parteien, aber vielleicht auch welche Fake News mit weniger Lesen arbeiten und viel mehr über Sprache und Bild.
00:15:04: Ob das da wirklich so eine Tendenz zu erkennen ist, dass ich sage jetzt mal ganz vorsichtig formuliert, vielleicht eher rechtere Parteien mehr mit Bild und Sprache arbeiten, um vielleicht genau ein Klientel anzusprechen, was nicht gerne liest und was dann vielleicht eher bereit ist, auch so zu wählen.
00:15:22: Also fürs nächste Projekt.
00:15:23: Kannst du dir schon mal aufschreiben?
00:15:25: Ja.
00:15:25: Aber kommen wir trotzdem noch mal zurück zu dem Projekt Liseband L. Ihr evaluiert das Ganze auch.
00:15:32: Ihr lasst nicht die Lehrer einfach mit dem Rüstzeug irgendwie alleine.
00:15:36: Wie funktioniert das, dass das wieder die transfernmäßig auch Ergebnisse zurück in die Universität fließen?
00:15:43: Ja, das ist in dem Projekt wirklich ganz toll, weil wir... quasi immer so ein bisschen unser Team auch aufgeteilt haben.
00:15:50: Also erst mal haben wir einen Team an wirklich sehr fit studentischen Mitarbeiterinnen und einem wissenschaftlichen Mitarbeiter mit dabei, der das fantastisch betreut.
00:15:59: Und es ist halt immer so, es entstehen fortlaufende Daten in dem Projekt.
00:16:03: Wir haben unsere studentischen Mitarbeiterinnen, die eben an die Schulen fahren, die Lesekompetenz erheben, in Form von solchen Lautleseportokollen.
00:16:10: Also die schauen, wie schnell und wie genau Lesenschülerinnen und Schüler.
00:16:13: Das sind eine halbjährlich Stadt.
00:16:15: Das heißt, die kommen dann immer wieder zurück an die Uni, unsere SHKs und berichten uns oder wir bewerten die Daten dann aus.
00:16:23: und mit den ausgewerteten Daten wiederum können wir dann zurück an die Schulen gehen und können den Schulen halt rückmelden, dass sie auf einem guten Weg sind, wenn sie auf einem guten Weg sind.
00:16:33: Und wo wir halt sehen, es gibt vielleicht hier und da noch irgendwie Faltstrecke, Schwierigkeiten, das Projekt läuft noch nicht so gut an, können wir natürlich auch noch mal in den Austausch gehen und schauen, wo man vielleicht noch was verbessern könnte.
00:16:45: Und das ist so... Für mich als Unimensch einfach super spannend, dann eben diese Austauschtreffen mit den Lehrkräften.
00:16:52: Wie ist da so das Feedback?
00:16:54: Groß und sehr interessant.
00:16:57: Also weil wir halt natürlich dann, wir haben unsere Daten, wir können mit den Daten das letzte halbe Jahr und es so und so gelaufen, das spiegelt sich dann auch in den Daten.
00:17:04: Wir können das dann zusammenbringen mit dem subjektiven Empfinden der Lehrkräfte, können das sozusagen nochmal spiegeln, objektiv und sagen, ja das spiegelt sich in den Daten, das spiegelt sich nicht in den Daten, das ist super spannend.
00:17:14: Und wir machen das Ganze ja vor allen Dingen, um dann eben auch passgenau zu den Daten Fördermaterialien abzuleiten, also den Lehrkräften zusammen auszuarbeiten, wie jetzt die nächsten Schritte im Leseunterricht sind.
00:17:26: Das
00:17:27: macht ihr dann, sorry, das macht ihr bezogen auf eine Klasse oder tatsächlich auch einzelne Schüler?
00:17:32: Wir haben die Möglichkeit da auch auf den einzelnen Schüler reinzusuchen.
00:17:35: Okay,
00:17:36: spannend.
00:17:36: Und das ist eben super spannend, weil wir natürlich dann so im Konzept Wir haben unsere linguistischen Theorien, wie Lesen funktioniert und welche Schritte man da irgendwie gehen könnte, was da jetzt fachdidaktisch richtig ist und das prallt dann immer sehr schön aufeinander auf die Unterrichtspraxis.
00:17:55: Und die schmeißen uns unsere Konzepte dann zum Teil um die Ohren oder bauen sie noch mal komplett um.
00:18:00: Es war zum Beispiel beim ersten Austauschtreffen, was wir jetzt hatten, sehr interessant.
00:18:04: Da hatten wir extra designte Arbeitsblätter mit, die wir den Lehrkräften an die Hand gegeben haben, weil sie brauchen es wirklich so praktisch.
00:18:10: Und die packen dann Stiftpapier und Schere raus und zerschnibbeln die und bauen die noch mal um und so weiter und so fort und geben uns das dann so zurück.
00:18:18: Und das ist einfach, wenn da, also mit den Austausch, mit den Lehrkräften, das einfach super, super, bin ich super dankbar darüber, weil es einfach das Projekt dann nochmal auf ein anderes Level einfach hebt, dieser enge Austausch.
00:18:29: Jetzt steht es ja noch relativ am Anfang, aber habt ihr denn schon erste Ergebnisse?
00:18:33: Genau, also wir haben jetzt eine Grunddatenerhebung, eine Basis erhoben und jetzt läuft gerade der zweite Erhebungszeitraum und wir können für einzelne Schulen haben wir es schon geschafft, uns das anzuschauen.
00:18:44: Und genau, haben da schon erste Ergebnisse.
00:18:47: Darfst du spoilern?
00:18:48: Ja klar, klar.
00:18:49: Also gerade haben wir uns zum Beispiel angeschaut in der Schule in Bernkastel Cous, wo wir auch den Eindruck hatten, dass es da schon gut läuft, so vom Subjektiven empfinden und das dann auch für uns als Wissenschaftlerinnen dann spannend, das dann zu schauen, wie sich das in den Daten zeigt und da hat sich die Lesekompetenz, also die Lesegeschwindigkeit, die wir dann messen und die Akkuratheit, also wie richtig die Kinder lesen, hat sich immens verbessert.
00:19:14: Also deutlicher Mittelwärtsunterschied, den man da erkennt, der auch uns Wissenschaftler ja immer hoch signifikant wird.
00:19:20: Also ist nicht nur zufällig, was da irgendwie passiert, sondern da steckt ein gewisses System dahinter und dann kann man auch schauen, wie stark der Zuwachs war, indem man Effekt stärkt und dann sich da anschaut.
00:19:31: Und das ist schon sehr beeindruckend, was da passiert.
00:19:34: Das wird wahrscheinlich nicht an allen Schulen so stark sein.
00:19:38: Aber vielleicht auch doch, man weiß es nicht.
00:19:39: Das ist bestimmt
00:19:41: auch so ein Zusammenspiel.
00:19:43: Wie oft kann ich es tatsächlich umsetzen?
00:19:44: Wie oft kommt was dazwischen?
00:19:46: Also ich mein, gerade so ein Alltag in der Förderschule ist halt eben auch nicht immer so planbar, muss ich sagen.
00:19:51: Absolut, genau.
00:19:53: Jetzt bist du, ich sage jetzt mal eigentlich, aber vielleicht kannst du es gleich einfach mal aufklären, Professor für Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Sprachbildung.
00:20:03: Machst aber gerade dieses Jahr auch doch sehr große Projekte zum Lesen.
00:20:07: Kannst du mal den Zusammenhang tatsächlich da herstellen?
00:20:13: daran, dass man quasi Sprachbildung in der Grundschule sehr interdisziplinär denkt.
00:20:19: Also ich habe auch, wenn ich hier meine Seminare nehme, was ich so mache, ich mache sowohl Literatur und lese didaktische Seminare als auch sprachdidaktische Seminare.
00:20:29: Also ich versuche immer oder muss vom Curriculum her immer beide Perspektiven so mitdenken.
00:20:35: und das, was ich hier vertrete, mein Fach, die Sprachbildung ist ein interdisziplinäres Fach.
00:20:40: Also du hast super viel eben die Germanistik mit der Literatur und der Sprachdidaktik mit drinnen, aber natürlich auch dein Psychologie, Pädagogik und so fließt da alles ein.
00:20:50: Also es ist von vornherein ein interdisziplinär gedachtes Fach und daher dann eben auch der Bezug zum Lesen.
00:20:58: Also es geht in der Sprachbildung um eben die sprachlichen Grundfertigkeiten und Fähigkeiten und das ist eben Lesen
00:21:03: schreiben.
00:21:03: Und inwiefern ist die Grundschule für dich da wirklich ein entscheidender Ort?
00:21:09: Also eine Sprachbildung ist quasi von der Definition oder Eindefinitionsansatz zu sagen, es sind die weiterführenden Spracherwerbsprozesse.
00:21:18: Also die Spracherwerbsprozesse, die an Bildungsinstitutionen stattfinden.
00:21:23: Und darunter fällt dann eben die Kita.
00:21:25: Also ich habe auch Projekte in der Kita, arbeite hier auch mit der Hochschule Koblenz zusammen und eben die Grundschule.
00:21:31: Das sind so die Orte, wo man sagt, da findet Sprachbildung statt.
00:21:36: Jetzt würde man vielleicht aus so einer anderen Perspektive sagen, ja, aber das machen ja die Eltern.
00:21:41: Oder wenn ich so daran denke, bei mir war es dann teilweise irgendwie die Großmutter, die mir ganz viel vorgelesen hat, hat sich das irgendwie verschoben, hat sich das verändert?
00:21:52: Ja, ganz klar, ja.
00:21:53: Und inwiefern und vielleicht auch warum?
00:21:57: Das ist auch eine Frage, wo man jetzt theoretisch weit ausholen müsste und auch auf die gesellschaftliche Ebene schauen muss.
00:22:02: Also du hast halt einfach die Eltern heutzutage, Elternschaft ist ja eine Familienstruktur, haben sich geändert.
00:22:09: Also beide Elternteile sind in der Regel erwerbstätig und die Ressourcen sind einfach andere.
00:22:16: Und Eltern sind durch diesen gesellschaftlichen Wandel quasi gezwungen, viel mehr eben in die Schule zu geben, was früher eben automatisch oder was früher eher auch im Elternhaus stattgefunden hat.
00:22:28: Also eben beispielsweise, so auf mein Thema, das gemeinsame Vorlesen, das Gespräch über Literatur, die positive Lesekultur, was früher halt im Elternhaus sehr, sehr stark stattgefunden hat und was heute eben in die Schule gegeben wird, weil sich das einfach ja... Es ist letzten Endes Resultat auch stark des gesellschaftlichen Wandels.
00:22:47: Würdest du sagen, dass die Förderschule auch nochmal aus bestimmten Gründen bestimmter Schwerpunkt den Zeit eben auch zu beachten gilt einfach?
00:22:54: Ja, also die Lesekultur im Elternhaus und die Ressourcen, die ein Elternhaus mitbringen kann, unterscheidet sich natürlich ganz stark von Regelschule zu Förderschule.
00:23:06: Also das ist ja auch wenn man quasi in die moderne Sonderpädagogen schaut.
00:23:11: würdest du jetzt sagen, so was wie?
00:23:13: Lernstörungen sind jetzt nicht mehr primär irgendwie auf ein Kind bezogen, sondern man schaut sich immer an, wie ist das der Zusammenhang zwischen Kind und Umwelt?
00:23:24: Genau,
00:23:24: genau.
00:23:25: Und da hast du natürlich... Nicht immer, aber sehr oft natürlich, dass die Ressourcen, die einen Elternhaus zur Verfügung hat, um Bildungsprozesse zu unterstützen, da einfach geringer ausgeprägt sind.
00:23:35: Habt ihr denn teilweise auch Fernab von diesen Zahlen zur Rückmeldung von den Schülerinnen erhalten?
00:23:41: Also warst du zum Beispiel schon mal in einer Klasse und hast dazugeschaut, ob sie das irgendwie auch als positiv empfinden und wie die das so aufnehmen?
00:23:50: Ja, wir waren jetzt gerade letzten Montag mit dem Bildungsminister zusammen und den... Auch den Leuten von der Stiftung haben wir auch einen Schulbesuch gehabt.
00:24:00: Das war der erste Schulbesuch, den ich in der Form auch hatte.
00:24:02: Das war super spannend, mal so ein Leseband von innen zu sehen.
00:24:05: Also wenn man nicht nur quasi da sitzt als Wissenschaftler und auf Zahlen und Datenschauts, sondern auch mal in so ein Leseband, mehrere Lesebandstunden dann reinzuschnuppern.
00:24:15: Und das war super, super schön zu sehen.
00:24:18: Auch diese Methodenvielfalt, die wir dann im Projekt angelegt haben, wie die auch wirklich praktisch dann genutzt wird.
00:24:24: Und wir kriegen viele positive Rückmeldungen von Lehrkräften und dann auch von den Kindern vor allen Dingen, was eben sowas wie Bücherkisten angeht.
00:24:32: Also wir haben ja diese, habe ich ja gerade schon gesagt, diese Erstläseliteratur, die ästhetisch anspruchsvolle Literatur, die wir reingeben.
00:24:39: Es könnten sind auch Bilderbücher, die ja, wenn man sich so ein Bilderbuch auch anschaut, da kostet so ein Bilderbuch locker mal zwanzig, fünfundzwanzig Euro.
00:24:47: Ich muss gerade einmal reinkriechen, wie sucht ihr die aus?
00:24:50: Also setzt ihr euch echt an PC und schaut, was so kaltespannend scheint?
00:24:54: Genau, also wir schauen da wirklich auf Literatur, die, es gibt ja auch Leselisten von Zeitungen für Tons, wo Bilderbücher immer mal wieder besprochen werden.
00:25:03: Daran orientieren wir uns, weil wir eben bewusst da, gerade was die Literatur, die wir reingeben, wirklich in einen sehr bunten Blumenstrauß haben wollen.
00:25:12: Also wir haben auch wirklich Literatur in einfacherer Sprache, die den Leselergang unterstützen.
00:25:18: Aber dann auch eben bewusst Literatur, wo vielleicht gar nicht so viel Sprache ist oder die Sprache auch mal komplexer ist, dann aber eben immer mit Textbildkombination.
00:25:26: So dass gerade, was ich sagte, die sich habitualisierten Nichtleserinnen auch mal wieder Freude daran haben, Buch in die Hand zu nehmen.
00:25:34: Also das heißt, die Kinder freuen sich auch erstmal oben.
00:25:37: im übertragenen überhaupt mit Büchern in Kontakt zu treten, weil das vielleicht im Elternhaus gar nicht so vorhanden ist, dass man davon ausgehen kann, dass irgendwie alle ein Bücherregal zu Hause haben, ist halt einfach nicht der Fall.
00:25:49: Und dann kann es tatsächlich sein, wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe, dass halt eben wirklich was dabei ist zu... der Geschichte der Automobile oder sonst irgendwas und die Jungs dann da oder Optimälos anfangen zu stömern.
00:26:03: Ja, super schön.
00:26:04: Ja, sehr, sehr, sehr spannend, sehr interessant.
00:26:07: Ich hätte eigentlich noch zwei Fragen.
00:26:09: Also zum einen, wie bringst du das in den universitären Alltag mit ein und in deine Lehre?
00:26:16: Die würde ich vielleicht zuerst mal stellen.
00:26:19: Das fließt viel in die Lehrer ein auf jeden Fall.
00:26:21: Also weil wir immer auch quasi Datenmaterial dann für die Lehrer nutzen können, weil wir Erkenntnisse natürlich für die Lehrer nutzen können und das Thema Lesen in der Lehre bei mir auch immer super, super wichtig ist.
00:26:32: Und deine Studenten sind zukünftige Grundschullehrerinnen oder?
00:26:35: Studierende sind genau, sind zukünftige Grundschullehrerinnen und es geht immer auch natürlich darum, also wir möchten... wollen Studierende natürlich auch ermuntern, sich auch im Feld Forschung zu engagieren.
00:26:45: Wir haben immer auch eben über das Projekt SHK Stellen, die wir vergeben können.
00:26:49: Und da fließt es natürlich auch noch mal ganz, ganz stark mit ein, weil das muss man auch noch mal sagen, so diese Datenerhebung vor Ort, die ist herausfordernd.
00:26:56: Also gerade, wenn da irgendwie so ein Kind Probleme mit dem Lesen hat und jetzt kommt jemand von der Uni auch noch.
00:27:04: möchte dich auf einmal im Lesen testen.
00:27:06: Die empfinden das ja erst mal irgendwie als Testsituation.
00:27:08: Da merkt man richtig, wie wichtig es ist, professionell ausgebildete gute Grundschulstudierende zu haben, die auch ein gutes Händchen für diese pädagogisch extrem herausfordernde Situationen.
00:27:20: haben, wenn ich mir, wir nehmen diese Lautleseprotokolle, die wir erstellen beispielsweise auch auf.
00:27:25: Ich mir dann anschau, wie gut das die studieren, die studentischen Mitarbeiter inmachen, das ist schon echt fantastisch.
00:27:30: Muss ich sagen, könnte ich so gut nicht.
00:27:32: Mit welcher Engels Geduld und so.
00:27:35: Und wie die Schülerinnen und Schüler dann auch abholen, ist schon gut.
00:27:39: Und da gibt es natürlich noch mal eine ganz enge Verzahnung zwischen Forschung und Lehre.
00:27:43: Ja, ich finde das total toll, weil die dann im Endeffekt ja auch wirklich einfach so außerhalb der normalen Praktika eben so eng schon mit ihren zukünftigen Arbeitsfeld auch in Verbindung treten und vielleicht auch die Chance haben zu denken, oh mein Gott.
00:28:00: ist doch nichts für mich.
00:28:02: Aber im Idealfall halt auch ihre Kompetenzen damit ja auch schon stärken, was das angeht.
00:28:07: Und Geduld
00:28:08: ist mit Sicherheit eine.
00:28:09: Ja, absolut.
00:28:10: Und es macht sich auch super beim Lebenslauf, by the way.
00:28:12: Also es ist immer so, wir haben natürlich auch dann Studierende, die dann ins Reventariat gehen, die sich für Reventariatsplätze bewerben und so was.
00:28:20: Und da macht sich das natürlich cool, wenn man sagen kann, ich habe hier ein Leseförderprojekt betreut als SHK.
00:28:25: an einem pädagogisch sehr herausfordernden Feld.
00:28:29: Das macht es natürlich auch gut.
00:28:31: Ich hätte noch eine Abschlussfrage.
00:28:33: Es ist eigentlich immer diese Richtung, die ich einschlage zum Abschluss, um natürlich auch den Hörerinnern mit was Positiven das Ganze noch zu schmankern.
00:28:42: Eine Utopiefrage.
00:28:44: Ich mag ja Utopien sehr gerne.
00:28:47: Und du darfst jetzt eine Malen für uns und unsere Hörerinnern in Bezug auf vielleicht das Projekt, aber vielleicht auch allgemein die Kultur des Lesens, die Sprachförderung, Sprachbildung.
00:28:58: Wie würde deine Utopie der nächsten Jahre oder deinen Wunsch aussehen?
00:29:04: Ja, also ich fände es tatsächlich eine schöne Sache, wenn das Feld Universität und das Feld Schule ein bisschen näher noch zusammenrücken würden, was eben diese datengestützte Unterrichtsentwicklung angeht.
00:29:16: Die Utopie ist leider in der Hinsicht eine Utopie, weil das eine krass kostenspielige Sache einfach ist.
00:29:22: Also quasi, dass wir hier so ein multiprofessionelles Team irgendwie an der Uni ausbilden können.
00:29:29: die quasi parallel immer Daten auswerten und Daten erheben und dass wir das dann eben mitbringen können ins Schulfeld und wir zusammen über Unterrichtsprozesse und Leseförderung nachdenken können.
00:29:40: Es ist ein totales Fund für die Leseförderung.
00:29:43: Es ist sehr lernwirksam, aber es ist ressourcenintensiv.
00:29:46: Und das wäre so mit Blick auf die Leseförderung das, wo ich gerne mehr von hätte.
00:29:52: Das war jetzt nicht ganz so utopisch formuliert, wie es mir gehofft hat.
00:29:56: Aber ich danke dir trotzdem.
00:29:58: Ich würde noch eine Frage hinterher schießen.
00:30:00: Jetzt ganz unabhängig vom Alter oder vielleicht magst du es auch einkränzen an die Eltern draußen welches Buch so mit als erstes vielleicht einfach zum Vorlesen auch.
00:30:14: Das kommt natürlich immer drauf an.
00:30:15: Da würde ich tatsächlich ein bisschen ausreichend antworten und würde sagen, schaut darauf, was die Kinder gut finden.
00:30:23: Und sozusagen immer die Leseinteressen der Kinder aufzugreifen.
00:30:28: Und das kann dann eben auch mal das Buch über den Traktor sein, wo man sich denkt, kann ich persönlich gar nichts mit anfangen.
00:30:35: Also ich denke, das kann vor meinem eigenen Kind, der findet Eisenbahnen gerade total spannend so.
00:30:40: Und ich habe jetzt nicht unbedingt so den Connex zu Eisenbahnen.
00:30:43: Ja,
00:30:43: verstehe ich.
00:30:44: Aber das funktioniert hervorragend, weil es ist eben nicht nur das Buch, sondern es ist auch die Kultur, die darüber stattfindet, die Austauschhandlung, das Gespräch und die immer wieder das Interesse wecken.
00:30:58: Das ist primär das Wichtigste.
00:30:59: Also so ein mega gut geeigneten Allroundbook-Titel hätte ich jetzt nicht für dich.
00:31:05: Okay, also ans Lesen bringen.
00:31:06: Ans Lesen bringen und reden über das Gelesen, da ganz, ganz viel eben auch.
00:31:10: Okay, super.
00:31:11: Wenn ich danke dir, dass du hier warst, ich danke dir für den Einblick, wie wichtig Lesen letztlich ist.
00:31:18: Und ans Lesen bringen würde ich mal mitnehmen.
00:31:21: Und vielleicht an unsere Zuhörerinnen.
00:31:24: Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass jemand lesen kann.
00:31:26: Vielleicht sollten wir uns dem einfach ein bewusster Entgegen stellen.
00:31:31: Auch in unserem Alltag.
00:31:32: Wenn uns Menschen begegnen, die vielleicht fragend aussehen, vielleicht liegt es auch daran, dass sie tatsächlich gerade nicht lesen können, was da steht.
00:31:39: Also danke fürs Zuhören, bleibt neugierig und hört wieder rein bei unserer nächsten Folge.
00:31:48: Der Podcast der Uni Koblenz.
00:31:51: Bleibt neugierig und folgt uns für mehr spannende Einblicke.
00:31:54: Überall da, wo es Podcasts gibt.
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