#18 Rheinromantik, Kanon & Krisen: Warum Literatur uns heute noch prägt?

Shownotes

Was verbindet den Rhein mit unseren Vorstellungen von Heimat und Sehnsucht? Warum wirken literarische Klassiker bis heute nach – und welche Rolle spielt Literatur in einer zunehmend schnellen, digitalen Welt? Dr. Inka Engel spricht mit Prof. Dr. Dr. Stefan Neuhaus über Kanonbildung, die politische Kraft von Lyrik und die Frage, warum wir gerade in Krisenzeiten mehr Literatur brauchen. Eine Folge über kulturelles Gedächtnis, Lesekultur und die Zukunft des Schreibens – mit einem klaren Appell: Lest mehr Gedichte.

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00:00:14: Was hat der Reihen eigentlich mit unseren Vorstellungen von Heimat, Freiheit und Sehnsucht zu tun?

00:00:20: Warum prägen literarische Bilder aus dem neunzehnten Jahrhundert bis heute unser kulturelles Gedächtnis – und welche Rolle kann Literatur spielen in einer Zeit, in der vieles schneller, lauter und fragmentierter wird.

00:00:32: Willkommen zu einer neuen Folge von Weiterlenken.

00:00:35: Mein Name ist Dr.

00:00:36: Inka Engel und heute begrüße ich Professor Doktor Doktor Stefan Neuhaus, Professor für neue deutsche Literatur an der Universität Koblenz.

00:00:46: Stefan, schön dass du da bist!

00:00:47: Ja vielen Dank für die Einladung.

00:00:49: Du lährst neuere deutsche Literatur an der Universität Koblenz und bis gleichzeitig tief in der literarischen Vermittlung und Forschung verwurzelt.

00:00:57: Bevor wir so richtig starten, kannst du unseren Publikum in eigenen Worten sagen was Literatur eigentlich für dich bedeutet?

00:01:04: Ja, Literatur ist... In eigenen Wortes natürlich auch spielig, weil man eine bestimmte Prägen mitbekommen hat durch sein Fach.

00:01:09: also Literatur is ein Erfahrungsraum es einen Simulationsraum hat das Dieter Wellershoff genannt Ein Raum in dem man vieles ausprobieren kann, was man in der Realität nicht so ausprobiert oder einfach schwieriger auszuprobieren ist.

00:01:26: Literatur eröffnet viele Welten jenseits unserer Welt oder perspektiviert die Welt, die wir haben in anderer Weise.

00:01:35: Hast du so eine bestimmte Ereignis in deinem Leben wo du sagst, da habe ich auf einmal meine Liebe zur Literatur entdeckt?

00:01:42: Nein eigentlich nicht!

00:01:44: Mir wurde viel vorgelesen und wir wissen ja auch heute Studien wie wichtig es ist, dass Eltern ihren Kindern vorlesen oder Bezugspersonen.

00:01:52: Kinder und Vorlesen schon von klein auf.

00:01:54: Wie sehr das auch die Denkfähigkeit Schul sage ich jetzt mal ganz allgemein.

00:02:01: also da hatte ich großes Glück.

00:02:02: meine Mutter hat mir schon von Klein auf viel vorgelesen Märchen Geschichten und Ich bin darauf angesprungen kann man sagen.

00:02:10: Also ich habe dann große große Freude daran gehabt habe, dann eben auch früh versucht selber zu lesen.

00:02:19: Und als ich dann diese Kulturtechnik des Lesens erlernt hatte, hab' ich Bücher regelrecht verschlungen.

00:02:27: also ich fahre eine Leseratte.

00:02:28: Kannst du dich erinnern was war dein erstes?

00:02:30: Ich sag mir in einem Anfangsstrich ein richtiges Buch Also außerhalb normaler Kinderbücher.

00:02:35: Also ich glaube das eine wichtige Rolle für mich hatte Dann so einen Sprung von einer Lectüre Kinderdiktatur, wie sie in der Zeit üblich war.

00:02:44: Also zum Beispiel in meiner Zeit was bei Indy Blyton eine Autorin wurde sehr viel gelesen.

00:02:49: ich habe die eben auch sehr viel gelesen.

00:02:51: dann zu einer sagen wir mal qualitätvolleren Diktatur Astrid Lindgren Michael Ende also Autorinnen und Autoren die weniger unterhalten oder nicht nur unterhalten wollen sondern die auch eine kritische Perspektive auf Gesellschaft entwickeln.

00:03:06: also oder zumindest wo das auch eine Rolle spielt

00:03:09: Und du hast dann auch nicht zur Tourwissenschaft studiert?

00:03:12: Ja, ja.

00:03:13: Also ich habe Deutsch-Lasseskurs ab gehabt und wollte eigentlich irgendwas mit Literatur machen weil mir war aber nicht klar was oder auch mit schreiben.

00:03:26: also ich hab schon auch früh angefangen zu schreiben fand meine Schreibversuche eigentlich ziemlich gut.

00:03:32: also aus mir hätte auch ein Stiftsteller werden können tatsächlich angefangen habe, Germanistik zu studieren und auch Literatur zu lesen die ich noch nicht kannte weil ich von meinem Elternhaus ja jetzt nicht an Qualität von Literatur so herangeführt werden konnte.

00:03:51: Habe ich erkannt wie schlecht das eigentlich ist was ich selber schreibe?

00:03:58: Also von Literaturen Standpunkt aus.

00:04:00: also ich hab viel Gedichte geschrieben und nachdem ich dann aber auch viele sagen wir mal richtige Gedichte gelesen hatte, habe ich erkannt wie schlecht die sind und hab meine eigene Textproduktion eingestellt oder auch größtenteils vernichtet.

00:04:13: Und hab dann wirklich angefangen meiner Lesepraxis, die wir interessanterweise auch aus der Literatur kennen also eine sehr ungerichtete am Anfang durch das Studium gerichteter Lesep praxis, also auch da wieder sehr viel zu lesen.

00:04:28: Also diese Leseratte bin ich Zeit meines Lebens geblieben Und dann hat sich aber mein Lesen eben auf kanonisierte Literatur gerichtet, weil ich einfach auch wissen wollte was zählt zu den großen Werken in meinem Studium also in der Germanistischen Literaturwissenschaft und warum eigentlich auch.

00:04:51: Also diese Frage habe mich dann auch von Anfang an beschäftigt, weil ja eben von der Lesepraxis her woandersher kam er von einer Art Unterhaltungsliteratur, ungerichtetem Lesen.

00:05:01: Und im Studium bekam ich dann ganz viele Texte vorgesetzt die ich subjektiv auch als viel besser empfand.

00:05:07: aber die Frage warum sind jetzt so viel besser?

00:05:09: hat mich dann auch angefangen zu beschäftigen?

00:05:12: So dass dann später auch ein Sperrpunkt meiner Forschung also meiner Beschäftigung wissenschaftlichen Beschäftigten mit Literatur geworden ist.

00:05:20: literarische Wertungen und Kanonbildung.

00:05:22: Du hast gerade eigentlich dir selbst schon eine Frage bestellt.

00:05:25: die würde ich jetzt super gerne nochmal aufgreifen.

00:05:27: Ich mein, man kennt so einiges aus dem Kanon.

00:05:30: Das kennen viele, das fängt ja auch schon in der Schule teilweise an.

00:05:33: Wenn ich jetzt auf der Straße nach dem einen literarischen Werk fragen würde was dazu gehört würden wahrscheinlich ganz viel Götesfaust nennen?

00:05:41: Warum ist das so?

00:05:42: Also du beschäftigst dich genau damit.

00:05:45: Warum haben wir überhaupt eine Kanonbildung?

00:05:47: Was ist daran wichtig und erweitert der sich immer wieder?

00:05:51: oder sagst du na eigentlich wenn ich mir die zehn anschaue dann würde das doch reichen.

00:05:56: es gibt So was wie ein Kernkanon, so nenne ich das.

00:05:59: Also Texte die konsensuell einfach als unverzichtbar gelten, als Kulturgut und dazu gehört Götes Faust oder es gilt auch als der wichtigste Text Und das kann man auch sehen.

00:06:11: Es gibt so einen Kanonspiel auf der Seite von TheTatokritik.de.

00:06:15: da wird freigestellt welchen Text man dann nominiert und wem man die höchste Punktzahl zuordnet.

00:06:20: und selbst wenn das also nicht irgendwie von außen gesteuert wird ist immer der Faust.

00:06:26: Also es gibt, ich würde mal sagen zwei Gründe.

00:06:29: Der erste ist der konventionalisierte Beste-Text also das Tod auf Konventionen aber der zweite ist einfach auch ein Supertext.

00:06:41: Okay!

00:06:41: Das ist eine Supertext

00:06:43: und es ist ein Super Text weil er hochgradig innovativ ist.

00:06:47: Also das zentrale Kriterium für gute Literatur ist Innovation oder Neuheit wie es Luhmann nennt.

00:06:55: sehr viele Themen bearbeitet, also dieser Text ist unglaublich vielseitig und vielfältig.

00:07:03: Man kann sehr viel damit machen man kann sehrviel daraus lernen und er ist ausgesprochen komplex aber trotzdem relativ leicht zu lesen.

00:07:12: Relativ leicht muss man glaube ich wirklich.

00:07:14: das relativ da darf meine Betonung drauflegen.

00:07:17: Ich kann mich dran erinnern dass Tatsächlich ist mir mal anschauen wollte, in Anführungsstrichen anschauen.

00:07:24: Mir die komplette Fassung als Theaterstück anzuschauen.

00:07:27: Es waren sehr viele Stunden und ich konnt's nicht in einem Stück durchschauen.

00:07:30: Das war auf der Expo – Ich weiß nicht, in welchem Jahr – wo es wirklich komplett aufgeführt wurde.

00:07:34: Und das war schon ein wahnsinniges Erlebnis muss ich sagen.

00:07:37: Ja man muss auch unterteilen den ersten oder zweiten Teil.

00:07:41: Also der erste Teil ist viel einfacher zu lesen weil er weniger voraussetzungsreich ist.

00:07:48: Und der zweite Teil ist viel schwieriger zu lesen, viel komplexer und natürlich liegt dazwischen auch ein großer Zeitraum.

00:07:55: also Goethe hat den zweiten Teil ja erst am Ende seines Lebens veröffentlicht und hat auch als reife Autor wenn man das so sagen will lange daran gearbeitet und deshalb ist dieser Text auch komplexe aus nochmal komplex ausgefallen.

00:08:09: Der erste teil hat hier auch eine Die lange Entstehungszeit geht aber zurück auf Erlebnisse des jungen Goethe, der einen Marionetten-Theater-Spiel von Faust gesehen hat und als Junge also als Kind davon fasziniert war.

00:08:25: Und ich glaube das auch eine Rolle spielt dass eben gerade Faust I diesen Stellenwert hat und der zweite Teil dann eher so ein bisschen außen vorbleibt oft

00:08:35: Aber trotzdem ja toll wenn man nach so einer langen Zeit immer noch sagen kann Der Text ist innovativ.

00:08:40: Also allein, dass etwas über so eine lange Zeit innovativ bleiben kann und wahrscheinlich auch immer bleiben wird ist ja einfach... Zeugt vielleicht auch von dem Stellenwert dieser Werk.

00:08:51: Aber du beschäftigst dich, auch wenn du jetzt sagst deine poetischen Texte waren dann nicht so gut die eigenen.

00:08:57: Beschäftigst du dich trotzdem weiterhin mit Gedichten und Liedern?

00:09:00: Ich habe gelesen beispielsweise auch mit politischen Gedichten.

00:09:06: Das ist auch was, das ganz ehrlich mich persönlich gerade umtreibt und beschäftigt.

00:09:10: Wie kann denn Lyrik eigentlich gerade in solchen – ich nenne sie mal anstrengenden politischen Zeiten vielleicht auch als Mittel der Meinungsbildung wirken aber auch vielleicht auch missbraucht werden im negativen Sinne?

00:09:24: Ja, die Tatur ist natürlich immer dadurch dass sie unterschiedlich interpretiert werden kann und kulturell prägend war hoffentlich auch immer noch ist, obwohl sie natürlich starke Konkurrenz bekommen hat.

00:09:40: Insbesondere in sozialen Medien.

00:09:42: aber Literatur ist nie vor Instrumentalisierung gefeit gewesen.

00:09:48: also sie wurde vielfach sagen wir mal für politische Zwecke auch missbraucht.

00:09:53: Aber Literatur hat sich auch lange Zeit oder war lange Zeit so etwas wie eine Gegenöffentlichkeit.

00:09:59: in Zeiten der Zensur Also in Zeiten in denen es nicht möglich war seine Meinung frei zu sagen war es möglich, sie in einer kodierten Weise zu sagen.

00:10:10: Also dann eben über symbolische, über metaphorische Ausdrucksweisen als ob über eine andere Art von Realität die aber bezogen ist auf die Realität.

00:10:24: Die Bezüge muss man sich dann als Leserin oder Leser entsprechend erschließen.

00:10:28: Aber das war in der jeweiligen Zeit auch etwas, was kulturell gelernt worden war.

00:10:34: Also nehmen wir mal die Literatur an der DDR.

00:10:37: Sarah Kirsch ist die wahrscheinlich bekannteste Lyrikerin in der DDR gewesen und konnte ihre Gedichte Publizieren.

00:10:49: in der DDR wurde also nicht zensiert oder wenigzensiert und hat vor allen Dingen Naturlyrik geschrieben, würden wir sagen.

00:10:55: Aber alle ihre Gedichte waren ausgesprochen politisch und wurden als politische Gedichte gelesen weil das was sie über die Natur geschrieben hat auf die politischen Verhältnisse in der ddr bezogen wurde.

00:11:07: Und das ist eben eine besondere Qualität von Literatur In sogenannten geschlossenen Gesellschaften immer gewesen und deshalb ist Literatur traditionell auch immer sehr politisch Und ist es auch heute noch, weil Literatur sich als Reflexionsmedium versteht, dass gesellschaftliche Prozesse kritisch hinterfragt?

00:11:30: Würdest du sagen, es gibt ein bestimmtes Jahrzehnt oder in bestimmte Jahre die Literaturlühe rekuduziert haben, worauf wir uns jetzt mal wieder mehr besinnen sollten.

00:11:40: Wo wir wieder mehr drüber lesen sollten...

00:11:44: Ich glaube, das ist kein Zufall, dass gerade im Moment die Texte der sogenannten literarischen oder klassischen moderne Anfang des zwanzigstehunderts wieder sehr stark rezipiert werden.

00:11:54: Also Autoren wie Thomas Mann aber auch Literatur von Frauen der Zeit also Elsie Lasker Schüler in den letzten Jahrzehnten Autorien, die wiederindekt wurde vielleicht das falsche Wort, aber die auch einen höheren Stellenwert bekommen hat.

00:12:14: Autorinnen und Autoren in einer Zeit, die Krisenhaftigkeit der Zeit sehr stark empfunden wurde.

00:12:23: Wir leben jetzt auch wieder in einerzeit, in der wir die Krisenaftigkeit unserer Zeit sehr stark empfinden.

00:12:29: Und das ist glaube ich etwas was Literatur ausmacht dass sie in unterschiedlichen Zeiten hilft so etwas diese Erfahrung von Krise besser zu verstehen zu helfen, mit dieser Erfahrung besser klarzukommen.

00:12:47: Du hast gerade eben schon die sozialen Medien angesprochen dass sie ein Stück weit auch ja vielleicht der Literatur oder dem Buch den Rang ablaufen.

00:12:57: zumindest habe ich das schon von anderen Stellen gehört glaube ich wurde sogar genannt, dass das Buch stirbt aus.

00:13:04: Siehst du das auch so?

00:13:06: Ist Literatur auf dem Absteigenden erst?

00:13:08: Ja eindeutig!

00:13:08: Also das kann man ja auch belegen durch Studien und die Wirkung von Medien zu untersuchen hat eine lange Tradition und auch der Börsenverein des deutschen Buchhandels stellt immer wieder solche Studien an.

00:13:22: Es gibt eine ganze Reihe von Institutionen, die solche Studien machen und da ist eindeutlich belegt, dass Literatur im In dem Sinne, wie ich Literatur verstehe aus meinem Fach heraus.

00:13:34: Der große Verlierer ist wenn es ums Lesen geht in den letzten Jahrzehnten.

00:13:40: Aus meiner Perspektive für mich war Literatur oder auch allgemein Bücher schon ein Stück weit Identitätsbildung.

00:13:47: Das geht ein Stück weiter an ja auch

00:13:49: verloren.

00:13:49: und wie können wir das aufhalten?

00:13:51: Oder was wird denn da kompensiert?

00:13:53: also was tritt an die Stelle?

00:13:54: stattdessen

00:13:56: Ja vor allen Dingen Es wird immer noch viel gelesen, es wird nicht weniger gelesen.

00:14:00: aber das sind vor allen Dingen natürlich dann soziale Medien die der Gewinner der letzten Jahrzehnte sind.

00:14:06: Der letzten zehn, fünfzehn Jahre also von null auf Platz eins kann man sagen.

00:14:12: dahinter dann die Rezeption anderer Medien insbesondere audiovisueller Medien jetzt heute eben nicht mehr fern sind dann eben Streaming-Beans wie vor allem rezipiert werden.

00:14:24: also Mediennutzung hat sich schon immer verändert, aber hat sich durch zunächst mal das Privatfernsehen in den Achtzigerjahren dann jetzt die Streamingdienste und die sozialen Medien einfach so massiv verändert dass die Literatur zu so einer Art Randphänomen geworden ist.

00:14:45: Müssten wir dem denn was entgegengesetzen?

00:14:46: Und wenn ja, was könnte das sein?

00:14:49: Ja, wir leben ja nicht in der totalitären Gesellschaft,

00:14:51: d.h.,

00:14:51: wir können nur Anreize schaffen unsere Gesellschaft in dem Sinne gefragt, dass schon auch die staatlichen Institutionen hier mehr tun müssten aus meiner Sicht.

00:15:05: Also wir leben einer sozialen Marktwirtschaft also in einer... Auch gesteuerten, in der sie nicht sagen, also der Markt regelt alles aus gutem Grund und das heißt Wir sollten auch den Markt ein bisschen regeln und auch regulieren Und wir sollten auch dem Bildungsauftrag, den wir als staatliche Institution haben stärker wahrnehmen.

00:15:25: Ich bin ein großer Verfechter der öffentlich-rechtlichen Medien, weil ich die für Unverzicht behalte.

00:15:31: Aber ich sehe auch die Entwicklung der öffentlich rechtlichen Medien ausgesprochen kritisch.

00:15:35: Die Formate abbauen nur war sie sagen... ...die Zahl der Zuschauerinnen ist nicht ausreichend.

00:15:43: aber wenn man nur auf die Zahlen guckt dann nimmt man den öffentlichen Bildungsauftrag nicht mehr wahr.

00:15:50: und in der Schule.

00:15:54: eines Deutschunterrichts, in dem gesagt wird Hauptsache die lesen überhaupt irgendwas.

00:15:59: Auch wenn es irgendwas ist was eben mein wegen Fanfiction oder so ja also das jetzt.

00:16:06: oder dass eben bestimmte Bestseller Die gerade unwuchs sind dass die dann in der Schule gelesen werden fantasy thriller oder was weiß ich?

00:16:16: Ich bekomme meinen Sohn jetzt gerade erst zehn muss man dazu sein aber ich bekomme ihn nur zum Lesen indem ich ihm Bücher bestelle über Fortnite.

00:16:23: Also, ne?

00:16:24: Und ich denke mir im Moment tatsächlich so okay Hauptsache du fängst mal einen Buch zu lesen.

00:16:29: Die besseren kommen vielleicht hoffentlich Aber ich bin gerade noch auf dem Level Hauptsacher erfängt einfach mal

00:16:35: an Finde ich auch total gut.

00:16:36: also das als Elternhaus hat man da ist man da eine andere Rolle.

00:16:39: aber als Schule sollte man sagen Ja, das ist toll.

00:16:43: Dass ihr das lest in eurer Freizeit so viel wie möglich was immer ihr wollt.

00:16:47: aber wir als Schule haben Bildungsauftrag und bei uns lernt ihr jetzt auch Texte kennen mit denen ihr ansonsten vielleicht nicht konfrontiert werdet und die euch auch Vieles zeigen.

00:16:57: also ich habe von der Tatorts Reflexionsmedium gesprochen oder euch etwas lernen lassen was diese Bücher, die ihr in eurer Freizeit lest euch eben nicht vermitteln.

00:17:09: Du unterrichtest ja zukünftige LehrerInnen?

00:17:13: Wie schaut's da aus?

00:17:13: Könntest du da schon feststellen, obwohl sie ja irgendwann alle mal Deutsch unterrichten werden ist da auch schon weniger Kenntnis über Literatur wenn Sie hier ankommen und gelingt es dir denn irgendwie sie auch zu dem Begeistern für deinen Kanon in Anfangstrichen?

00:17:27: Ja, das ist natürlich immer schwer zu sagen.

00:17:29: Also ich glaube schon... also bei uns weil wir so klein sind haben sie ja kaum an mir vorbei.

00:17:38: Aber ich habe schon den Eindruck, weil auch meine Lehrveranstaltung regelmäßig evaluiere dass die Begeisterung mit der Ich an meinen Gegenstand heran wir ihnen auch vermittelt, dass es durchaus etwas gibt wofür sich zu begeistern lohnt.

00:17:54: Also den Eindruck hab ich schon, nicht bei allen natürlich.

00:17:56: Und das war auch früher nie anders.

00:18:00: also Germanistik ist immer in Massenfach gewesen oder dann Fach gewesen dass viele angefangen haben zu studieren vielleicht auch sogar dann zu Ende studiert haben die gar nicht mal so gerne lesen.

00:18:12: Das kann man nicht verhindern, das will man auch nicht verhindern.

00:18:16: also ein ältere Kollege von mir der jetzt mittlerweile leider verstorben ist Jochen Vogt Einladung zur Literaturwissenschaft veröffentlicht, eine Einführung in die Literatur- wissenschaft, die ja als Einladungen etikettiert hat.

00:18:32: Hat aber in dem Vorwort geschrieben eigentlich wollte er das Warnung vor der Literatur Wissenschaft nennen?

00:18:38: Okay!

00:18:40: Das schneiden wir nachher raus.

00:18:41: Nein.

00:18:43: Weil er eben der Meinung war dass viele mit falschen Vorstellungen anfangen dieses Fach zu studieren.

00:18:51: Deshalb haben wir in Koblenz auch dass im Laufe der Zeit, in der ich da bin und auch meine Kollegen Unterstaffers da ist.

00:18:58: Und andere auch haben wir angefangen das Studium so umzubauen, dass unsere Studierenden von Anfang an eigentlich vermittelt bekommen was es heißt Literaturwissenschaft zu studieren durchaus auch in einem Lehramtsstudium.

00:19:12: also man kann nicht darauf verzichten bestimmte Grundlagen zu vermitteln und wir versuchen das gleich am Anfang auszuflagen damit die dann auch wissen worauf sie sich einlassen.

00:19:23: Du bist auch hier an der Universität, aber eigentlich noch für etwas ganz anderes zuständig als jetzt für deine klassischen Seminarinhalt.

00:19:32: Und zwar bist du Mit-Organisator der Josef Breitbach Poetik Dozentur an unserer Universität.

00:19:38: Kannst du uns um Zuhören einmal erklären was das überhaupt ist?

00:19:41: Ja, Poetic Dozenturen gibt es ja schon sehr lange in Deutschland.

00:19:46: die bekannteste ist vielleicht die Frankfurter Poetiktorzentur.

00:19:50: Aber an vielen Universitätsstandorten gibt es so etwas.

00:19:53: Wir machen das hier in Kooperation statt und Universität, insbesondere das Theater.

00:19:59: Also unser Theaterintendant hier Markus Dietze hat sich dafür sehr engagiert.

00:20:05: Wir haben ja eine enge Kooperation mit dem Theater auch in anderen Bereichen.

00:20:08: stichwort darstellen spielen Und auch die damalige Kulturreferentin der jetzige Kultureferent möchten das gerne weiterführen.

00:20:18: Das ist der Versuch jetzt.

00:20:20: aus universitärer Sicht Kommt jetzt ein schwieriges Wort verbischen, also Universität in die breitere Öffentlichkeit zu bringen und zugleich aber auch Kooperationspartner zu finden, die ein gemeinsames Interesse mit uns haben.

00:20:36: Und das ist eben für das Lesen zu werben und dann einfach mal eine Autorin oder ein Auto in den Mittelpunkt zu stellen Mit dem oder der wir verschiedene Veranstaltungen machen, die sich an möglichst breites Publikum richten und mit dieser Person dann auch über ihre Produktion zu diskutieren.

00:20:55: Wir nennen das auch Gen-Transfer, muss ich jetzt an dieser Stelle einfach sagen kann nicht anders.

00:21:00: die letzte eigentlich geplante Poetoktozentur wäre besetzt gewesen mit Anna R. letztlich konnte sie nicht stattfinden aufgrund des frühen Todes von ihr wenn du so zurückblickst.

00:21:14: Ganz schwierige Frage eigentlich, aber warum Anna er?

00:21:18: und was hättest du dir eigentlich von dieser Begegnung zwischen ja doch Popmusik und Lyrik und Universität eigentlich erhofft?

00:21:25: Ich muss sagen das war jetzt nicht meine Idee.

00:21:27: Aber es fand ist eine sehr gute Idee.

00:21:30: also unser Kultoreferent und auch unser Intendant haben schon die Absicht verbinden mit dieser Politik der Zentur Persönlichkeiten zu finden deren Werk von vornherein auch für eine breitere Öffentlichkeit geeignet ist und dass man zum Beispiel auch mit den Terminen im Theater machen kann.

00:21:54: Da war dann die Idee, das man auch mal über den Tellerrand dessen guckt was man üblicherweise unter Literatur so subsumiert.

00:22:03: Das finde ich nicht nur gut sondern da haben die beiden bei mir auch auf ne Töne eingerannt weil ich auch schon vor langer Zeit in einem Buch und Kapitel geschrieben habe darüber, dass es eigentlich schade ist das Songtexte nicht zu Literatur geworden oder gezählt werden.

00:22:19: Sie gehören zur Literatur so aber sie werden oft nicht dazu gezählt.

00:22:23: da hat sich auch in den letzten zwanzig Jahren viel geändert in der Literatursenschaft immer mehr Publikationen darüber gegeben zum Beispiel über Rap gibt es relativ viele aber überhaupt auch über Songs als Teil von Literatur und als Teil für Lyrik.

00:22:39: Insofern ist jetzt nichts Wahnsinniges Neues.

00:22:41: Aber wir haben eben auch die Hoffnung damit verbunden, dass wir mit Anna R. eine Künstlerin finden, die eben im Sinne Josef Breitbachs vermittelnd wirkt.

00:22:53: Also zum einen Menschenversuch zu erreichen den sie in so einer Art humanistische Botschaft versucht zu vermitteln aber zugleich durchaus politisch wirkt in einem völkerverständigenden Sinn oder im Menschen verständigende Sinn, der nicht an irgendwelche geografischen Grenzen gewohnt ist.

00:23:17: Also sie hat zum Beispiel in ihrem ersten Solo-Album das zweite Setz gerade Postung erschienen einen Song, der sich kritisch mit der Zurückweisung von Flüchtlingen auseinandersetzt, er sich kritische damit auseinsetzt dass Flüchtlinge im Mittelmeer oder auch im Ärmelkanal sterben, weil sie versuchen über das Wasser Europa zu erreichen.

00:23:39: Aber sie zurückgewiesen werden oder es schwer gemacht wird.

00:23:44: und das heißt also dass sie eine Perspektive in ihren Songtexten entwickelt die das menschliche betont.

00:23:53: Es gibt dann immer Veranstaltungen mit der jeweiligen Person, auch für die Öffentlichkeit.

00:23:58: Aber der oder diejenigen geben auch dann Seminare an der Universität mit Studierenden?

00:24:03: Genau!

00:24:03: Das ist das Format, dass die Person, die kommt eine Poetikvorlesung in der Universitätshälte, also sie erzählt etwas über ihre Motivation zum Schreiben Texte über das was sie für grundlegend hält, für ihre eigene Textproduktion und auch über die Absichten wie sie damit auch wirken möchte.

00:24:31: Auch welche Wirkung sie zurückgespiegelt bekommt also wie die Leserinnenschaft oder Songtexten bei Anna Erwerst dann sicher eben auch auf die Musik noch mit, wenn wer sie noch mit auf den Musik eingegangen hat, also die Zuhörerin wie das auf sie wirkt wie sie mit denen interagiert.

00:24:49: Also so das ganze Spektrum von der Produktionsseite hin zur Rezeption, soll dann da oder kommt dann in der Regel auch zu Sprache.

00:24:56: und dazu kommt dann eben immer auch mindestens eine Seminareinheit, in der wir nicht nur ein Seminar auf zwei oder drei der Veranstaltungen zusammenbringen die so konzipiert sind dass Sie eben auch einen Fokus legen im Mittelpunkt stehende Art von Literatur, die diese Person vertritt.

00:25:21: Ich find das wahnsinnig spannend!

00:25:23: Ich finde es ist halt eine wahnsinnige Chance auch für Studierende mit wirklich einer Künstlerin zusammenzukommen.

00:25:29: Eine Schriftstelle in die man normalerweise nicht trifft und einfach der oder die imjenigen mal Fragen zu stellen.

00:25:35: Wenn du sie zurückblickst – ich meine, du hast schon einige Poetik-Duzenturen wahrscheinlich begleitet – was sind so Momente, die einem einfach in Gedächtnis bleiben bei sowas?

00:25:45: Ja, also zum Beispiel als Ulla Hahn im Seminar war und das Seminar aber wirklich richtig voll.

00:25:52: Und dann von Studierenden gefragt wurde wie soll ich jetzt denn dieses Gedicht von ihnen?

00:25:55: Wie soll ich das verstehen?

00:25:57: Sie hat gesagt es ist nicht meine Aufgabe Ihnen das zu erklären!

00:26:00: Das ist Ihr Gedicht.

00:26:01: wenn sie das lesen... Ich habe das zwar geschrieben, aber wenn sie dass lesen, dann ist das ihr Gedicht und sie denken sich etwas bei dem Gedicht.

00:26:08: Also das war

00:26:08: so ein Moment der auch bald den Studierende sehr eindrucksvoll geweckt hat.

00:26:14: Hast du noch so eine Erinnerung, wer in Anführungsstrichen am meisten Aufmerksamkeit erregt hat?

00:26:20: Wer am meisten Studierende oder auch die Öffentlichkeit angezogen hat.

00:26:24: Nee also ich glaube es waren ja nur nicht so viele und ich glaube alle haben auf ihre Weise ein interessiertes Publikum gefunden.

00:26:31: Also da würde ich jetzt niemanden...

00:26:35: Ich bin auf jeden Fall auch gespannt darauf, wer denn die nächste bekommt.

00:26:39: Weil ich habe natürlich vorweg gefragt.

00:26:41: wir können leider noch nicht spoilern es steht noch nicht fest also von daher bleiben wir gespannt.

00:26:46: vielleicht versuchen wir aber irgendwie im nachgang nochmal zu informieren.

00:26:50: ich möchte noch ein ganz anderes thema zu sprechen kommen.

00:26:53: du beschäftigst dich vielleicht nicht ganz so typisch mit rein romantik.

00:26:58: was bitte ist der reine romantick?

00:27:00: ja Mein Problem ist ja, dass mich zu vieles interessiert und ich mich dann natürlich entscheiden muss womit beschäftige ich mich jetzt als nächstes.

00:27:09: Manchmal werden die Dinger auch von außen an herangetragen und in dem Fall ist es tatsächlich so... Ich bin kein Romantik-Experte aber ich habe in einer Stadt studiert nämlich im Bamberg in der ein Autor, der eigentlich so als eine der herausragenden Autoren der Romantika gehandelt wird ETH Hoffmann eine prägende Zeit verbracht hat und auch seine Werke immer wieder auf Bamberg bezugnehmen, die Hoffmann-Gesellschaft sitzt in Bamberg.

00:27:33: Und also ich habe insofern von da her auch schon so ne bestimmte Prägung was die Romantik mitbekommt.

00:27:41: und hier ist mir nun aufgefallen wir sind ja hier im Weltkulturerbe mitten heimgekommen.

00:27:48: Ja das hab' ich auch schon mitbekommen.

00:27:51: Also

00:27:52: für die

00:27:53: Zuhörerinnen die das noch nicht wussten.

00:27:55: Und unsere Universität ist also mitten in diesem Weltkulturerbe.

00:27:59: Und mal nach Ansicht nach sollte man das auch nutzen, ich will nicht sagen ausnutzen aber nutzen.

00:28:06: und auch in der Literaturwissenschaft ist es so dass wir oder gerade auch in die Literatur wissenschaft ist.

00:28:12: Es ist so dass Wir dann uns mit Literatur beschäftigen können Die eigentlich dazu gefühlt hat Dass es so ist.

00:28:19: Also dass wir Diese Landschaft als so wichtig, prägend und touristisch erfahren und erleben.

00:28:27: Und dass sie auch eine große Rolle gespielt hat bei der Entwicklung des modernen Tourismus – das hat sehr viel mit literarischen Texten zu tun!

00:28:36: Es hat sehr viele mit der Reihenreise von Clemens Brantano und Achim von Arnim zu tun.

00:28:42: Das hat sehr veel mit der Reinreise vom Lord Byron zu tun.

00:28:46: Das hat damit zu tun, dass berühmte Autorinnen und Autoren hier am Rhein gereist sind und Texte darüber geschrieben haben die dann so eine Art Mythos geschaffen haben.

00:28:55: In dessen Folge dann der modernen Tourismus vielleicht nicht entstand aber doch sehr stark intensiviert wurde.

00:29:02: also Literatur... Also erstens sind wir mitten im Zentrum von diesen Weltkulturerbe.

00:29:06: meinen Ansicht nach machen wir zu wenig daraus und zweitens ist die Literatur mitten in dem Zentrum der Genese dieses Weltkulturerbes und macht eigentlich zu wenig daraus.

00:29:16: Also wenn nicht wir im Koblenz uns auch mit der Rheinromantik beschäftigen, wer soll das denn sonst tun?

00:29:24: Und wir liegen ja auch noch... besonders schön, tatsächlich direkt zwischen Rhein und Mosel.

00:29:29: Also ich meine das deutsche Eck mag ein Begriff sein aber ich sage es mal für die Zuhörerinnen kommen sie nach Koblenz schauen Sie sich das an.

00:29:36: ist es wirklich schön?

00:29:37: hier warten sie noch ein paar Monate je nachdem wann sie die Folge hören und kommen sie doch eher Richtung Sommer dann ist es noch hübscher.

00:29:44: Aber wieder zurück zum Thema.

00:29:45: also prägt letztlich Literatur sogar unsere regionale Kultur?

00:29:49: Natürlich

00:29:49: historisch gesehen hat Literaturen absolut prägenden Einfluss auf unsere kulturelle Entwicklung.

00:29:57: Ich denke so ganz klassisch an so manche Gerichte, die man je nachdem wo man bekommt auch der Speisekarte sieht.

00:30:04: Also ich darf es tatsächlich gerade in der Assoziation mit etwas essbaren.

00:30:08: Es gibt beispielsweise ja dann sowas wie das Gürtefrühstück oder ich weiß nicht, die Printano-Schnitte.

00:30:17: Und dann geht man irgendwie darauf zurück, dass er irgendwann mal in diesem Lokal saß das gegessen hat und den Text geschrieben hat.

00:30:24: Ich finde es ganz wundervoll!

00:30:26: Also wie sind biotisch und wechselseitig da nicht nur Geschichte, Literatur und auch noch Kulinarik zusammenfließen?

00:30:33: Ich glaube, man kann es tatsächlich hier am Rhein auch wirklich schön beäugen und erleben.

00:30:38: Jetzt möchte ich doch zum Abschluss noch zwei Fragen stellen.

00:30:42: Also, es geht natürlich nicht, dass ich das nicht frage – was empfiehltst du unseren Leserinnen und Hörerinnen?

00:30:50: Nein!

00:30:50: Unseren Hörerin als Leserin ein einziges Buch vielleicht dein Lieblingsbuch, dein literarisches Werk wo du sagst «das müsst ihr unbedingt lesen».

00:31:00: Das ist die Inselfrage.

00:31:01: also welches Buch würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen wenn du mir eins auswählen dürftest?

00:31:06: Es ist ne ganz bekannte Frage.

00:31:07: Ein Freund von mir, Markus Gasser hat mal darüber ein dickes Buch geschrieben.

00:31:13: Also das kann man natürlich eigentlich gar nicht entscheiden.

00:31:15: aber ich habe mir diese Frage dann eben auch schon öfter gestellt und ich schwanke zwischen.

00:31:20: also ich würde eigentlich sagen Ich würde zwei Bücher mitnehmen.

00:31:23: Das eine sind die gesammelten Gedichte Friedrich Schilders Und das zweite ist der Lürig Band aus der Werkausgabe von Erich Kästner.

00:31:32: Also ich glaube Schilder's Gedichte und Kästners Gedichte da hätte ich so einen Fundus der mir auf der einsamen Insel dann doch auch längere Zeit, ohne dass mich damit langweilig würde die Zeit vertreiben würde.

00:31:45: Ich

00:31:45: glaube die meisten würden aktuell sagen ach auf einer einsamen insel ja da nehme ich mein Kindle mit und speichern wir einfach alles drauf.

00:31:52: deshalb habe ich aber die würdest du auch tatsächlich dann unseren höheren empfehlen als das was sie morgen theoretisch wenn man das denn so einfach überhaupt bekommt sich kaufen?

00:32:05: Ja, das ist jetzt natürlich die Frage.

00:32:07: Es gibt nicht die Leserin und den Leser also welches Alter welche Zielgruppe es eigentlich gemeint.

00:32:12: aber ich würde sagen also lest mehr Gedichte.

00:32:14: Lest mehr gedichte okay?

00:32:16: Also der große Gewinner in den Genres um Gattung ist ja der Roman wenn man sieht dass im achtzehn Jahrhundert Romane nicht als Literaturfähigkeiten galten und das eigentlich die gebundene Rede also das heißt In fersen veröffentlicht Texte nur literaturfähig waren, also eben Dramen und würden sagen Gedichte, also Lyrik.

00:32:42: Und heute wird zu neunundneinzig Prozent werden Romane gelesen.

00:32:46: Also Groser-Gedichte ließ kaum noch jemand und das finde ich sehr schade.

00:32:51: Also Gedichte sind kurz man kann sie auch zwischendurch mal lesen und Sie enthalten auf so knappem Raum mit so wenig Text.

00:33:02: So viele Assoziationsmöglichkeiten sind so anspielungsreich.

00:33:07: Man kann sie wunderbar nutzen, um von da aus seine Gedanken spazieren zu lassen.

00:33:13: Ich musste gerade dran denken, ich habe tatsächlich Marsha Kaleco im Bad stehen.

00:33:18: Weil ich denke das ist so was ganz Kurzes.

00:33:20: Das kann man zwischendurch in der Anführungsstrichen, sodass jeder weiß aus damit gemeint ist ohne dass ich es ausspreche mal schnell lesen und dann aber ganz lange mitnehmen und ganz viel darüber nachdenken obwohl es ja nur ein kurzer Text war.

00:33:32: also lest mehr Gedichte finde ich ganz wunderbar.

00:33:35: und trotzdem noch eine abschließende Frage Mach ich eigentlich jedes Mal einen utopischen Blick, wenn du dir etwas wünschen dürftest.

00:33:42: Wie es in der nächsten Zeit und in den nächsten Jahren weitergeht mit Literatur auch im Hinblick natürlich auf die Universität?

00:33:50: wie würdest du deine Utopie malen?

00:33:53: Ja, ich würde mir wünscht dass wir diese Wende hin zur Empirie und das alles irgendwie genormt sein muss und alles irgendwie abgeprüft werden muss ab prüfbar sein muss, dass alles so in Kästchen sortiert wird.

00:34:09: Dass wir davon wieder ein bisschen zurückkommen zu einer... Zu einem spekulativen Denken wo eben wir mehr auf Vielfalt setzen statt Aufnormierung.

00:34:24: ja also eine Offenheit ne größere Offen- heit gegenüber Themen ne größer Offenheid gegenüber auch dem das man mehr ausprobieren kann weniger festgelegt wird auf bestimmte Verfahrensweisen.

00:34:40: Also das ist so eine generelle Entwicklung, die ich beobachte und das hatten wir auch heute in dem Gespräch dass wir davor hatten mit Kollegen und Kollegen auch ein bisschen als Konsens.

00:34:51: also Wir leben in einer Zeit in der zu viel normiert wird, in der Zu wenig ausprobiert werden kann.

00:34:57: Das ist ein Genesis probieren.

00:34:58: Und dann wünsche ich mir natürlich, dass Leute wieder mehr Literatur lesen.

00:35:02: Ich würde sagen, da schießen wir uns einfach mal an und drücken die Daumen.

00:35:06: Tatsächlich Normierung in vielleicht auch nicht nur literarischer Sicht sondern in vielerlei Hinsicht gerade in unserer Gesellschaft.

00:35:14: ein wunderschönes Schlusswort ich danke dir dass du heute hier warst das du uns diese spannenden Einblicke gewährt hast in Poetik Literatur Und auch ein bisschen in rein Romantik und vielleicht sogar in den Studiengang Literaturwissenschaft.

00:35:28: also vielen Dank dass Du da warst.

00:35:31: Ich wiederhole es nochmal, lest mehr Poetik, lese mehr Gedichte und bleibt natürlich auch neugierig.

00:35:37: Und hört immer mal wieder bei unserem Podcast rein!

00:35:40: Ja danke schön!

00:35:41: Vielen

00:35:52: Dank!

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