#16: Zwischen Musik und Universität – Warum gemeinsames Musizieren verbindet
Shownotes
Heute wird es musikalisch bei weiter:denken. In dieser Folge geht es um Musik an der Universität, um gemeinsames Musizieren und darum, was Klang mit Gemeinschaft und persönlicher Entwicklung zu tun hat. Zu Gast bei Dr. Inka Engel ist in dieser Folge Christian Jeub - Dirigent, Hochschulgestalter und künstlerischer Leiter der Universitätsmusik in Koblenz. Wir sprechen über Erfahrungen auf und hinter der Bühne, über Proben und Konzerte, über besondere Momente – und darüber, warum Musik auch im universitären Kontext eine wichtige Rolle spielt. Außerdem geht es um die Frage, was Wissenschaft von Musik lernen kann, wie kreative Prozesse entstehen und warum man manchmal einfach anfangen muss.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen bei Weiterdenken, dem Podcast der Universität Koblenz.
00:00:05: Hier sprechen wir über Forschung, Wissen und Ideen die Bewegung
00:00:09: – denn Wissen
00:00:11: schafft Verbindung!
00:00:12: Heute wird es musikalisch bei Weiter Denken und auch ein bisschen persönlich.
00:00:16: Denn mein Gast ist ein Mann, der Opern dirigiert hat, Stipendien in Stuttgart, Bologna und Yale erhielt Und der heute an der Universität Koblenz dafür sorgt, dass ein Campus nicht nur weiter denkt sondern auch weiter klingt.
00:00:31: Christian Jäupe!
00:00:32: Schön, dass du da bist.
00:00:34: Bin sehr gerne da.
00:00:35: Wir starten mit einer schnellen Runde und du musst mir versprechen nicht nachzudenken.
00:00:40: ich nenne dir zwei Begriffe und du nennst mir immer den den du priorisierst.
00:00:45: Chor oder Orchester?
00:00:47: Chor
00:00:48: Probe oder Konzert?
00:00:49: Konzern
00:00:50: Klassik oder Pop
00:00:53: Klassik.
00:00:53: Lampenfieber oder Vorfreude?
00:00:56: Vorfreunde!
00:00:57: Okay, und jetzt sind wir drin im Thema.
00:00:59: Welche Musik hörst du privat bevor wir tatsächlich mit dem beruflichen einsteigen?
00:01:05: Zu entspannen kann ich auch gut Jeffs hören.
00:01:07: Tatsächlich Bill Evans Klaviermusik... Da hast du ein bisschen splinige Chormusik, Bobby McFerrin oder so was.
00:01:14: Splinigechormusik?
00:01:15: Was bedeutet das?
00:01:17: Ja neue Klangkonstellationen, solche Dinge ja...
00:01:21: Ich merke schon ich lerne hier heute verdammt viele Fremdwörter die ich hinterfragen muss!
00:01:24: Warst Du schon immer musikalisch?
00:01:26: Hast Du schon wirklich wie man sich das so vorstellt in den Pampers auf so einem Sylofond umgehämmert?
00:01:30: und jeder dachte oh nein was macht er jetzt schon
00:01:32: wieder?!
00:01:32: Also ich habe schon früh angefangen mit Musik und es hat mich schon immer begleitet, das kann ich so sagen.
00:01:37: Wie intensiv war das?
00:01:38: Das ist eine andere Frage.
00:01:41: Es gab ganz viele Dinge.
00:01:42: Ich habe angefangen bei Klavier und Trompete.
00:01:45: Eigentlich habe ich angefangen weil meine Schwester Klavier Unterricht hatte und ich gesagt habe, dass will ich auch.
00:01:50: Wie alt warst du?
00:01:52: So sexy.
00:01:53: Also noch human.
00:01:54: Wir stellen uns jetzt nicht so einen kleinen Mozart vor, der schon mit drei Jahren irgendwie angefangen hat, Geige zu üben oder sowas.
00:02:01: Nein, nein.
00:02:02: Welche Instrumente spielst Du?
00:02:03: Ja im Rahmen meiner Ausbildung gab es viel was zusammenkam.
00:02:08: also Hauptfach Orgel hatte ich dann tatsächlich auch Klavier-Orgel Trompete Vier Gesangsunterricht in der Schule bisschen Gitarre Solche Dinge.
00:02:17: Also du könntest schon selbst eine kleine Band stemmen?
00:02:21: Nicht schlecht!
00:02:22: Geboren bist du in Sollingen und ich habe es gerade schon ein bisschen im Intro erwähnt, Du warst doch viel unterwegs und ich glaube die Stipendien sind ja nur ganz kleine Teile deiner vielen Stationen.
00:02:34: unter anderem konnte ich ergoogeln dass du Produktion wie Die Fledermaus, Zauberflöte und auch Stücke von Verdi geleitet hast.
00:02:42: was hat dich so besonders künstlerisch heraus gefordert?
00:02:47: Ja, Opa-Konzert haben ganz unterschiedliche Herausforderungen.
00:02:50: Also ich war Sechzehnjahre Chorddirektor.
00:02:53: München hat mich natürlich geprägt mit diesem großen Repartwartheater.
00:02:57: auch großes Ensemble, Vierundvierzig Fest Angestellte da stell für den Chordirektor zu sein schon eine Aufgabe auch mit unter über Zweihundert Aufführung pro Jahr.
00:03:09: also man ging einfach rein und hat jeden Abend gespielt hat dann freien Tag Ja, und so eine große Gruppe von vierundvierzig bis achtzig Leuten dann zu lenken ist schon eine besondere Fragestellung sagen wir es mal so.
00:03:22: Aber wie stelle ich mir das vor?
00:03:24: Also wie läuft der Alltag von einem Chordirektor ab?
00:03:28: Es gibt natürlich Wege, wie das organisiert ist also eingespielte Wege.
00:03:33: Es gibt einen sehr starken Tarifvertrag da achten immer alle drauf.
00:03:36: ja man hat zehn Proben oder Dienste die Woche Und dann abends sind oft Vorstellungen.
00:03:41: spielt er auch Weihnachten, Silvester an diesen Tagen.
00:03:45: Letztlich gibt es sechs Wochen Semmerfehlien und in der Regel einen freien Tag.
00:03:50: An großen Häusern ist er beweglich und dann muss man das jedes Mal austarieren.
00:03:55: wie wird's in den nächsten vier Wochen?
00:03:56: Also Gärtner Platztheater hat etwa twenty-fünf Opern in einer Spielzeit gespielt und wenn man die neu lernt also ich habe ihn in den ersten sechs Wochen, sechs in Opern im Klavier gespielt Da ist man schon gefordert.
00:04:07: Also alle sind da massiv geforderd, aber das System war so dass man eher über eine Vielzahl der Jahre das dann wirklich zu hundert Prozent auch abrufen kann.
00:04:17: Man wächst dann.
00:04:18: im zweiten Jahr kommen die schweren Stellen noch mal und es ist nicht mehr ganz so herausfordernd an weiß man schon wo man auch genau aufpassen muss und wo man sozusagen souveränes laufen lassen kann.
00:04:30: Aber meinst du das Publikum hört, ob du etwas souveräend dirigiert hast oder nicht?
00:04:36: Ich glaube tatsächlich dass die Quantität also wenn man Sachen öfter macht, dass man also auf der einen Seite immer neue Impulse hat, dass es auch lebendig ist aber dass man mit den Stücken auch wächst.
00:04:47: Also mir hilft es sehr wenn Sachen zwei drei Mal zum Dirigieren kommen.
00:04:51: ich jetzt die Johannes Passion letztes Jahr in San Castor gemacht haben.
00:04:56: Die fand ich sehr auswuchsvoll, mir hat es viel Freude gemacht und ich habe das zuletzt in der Kölner Philharmonie dirigiert.
00:05:02: Wenn man dann mit diesem Rückenwind nach San Castore kommt, ist das eigentlich auch... Man kann viel zulassen und entspannt dran gehen.
00:05:11: Und ich glaube, das macht schon was aus beim Musizieren!
00:05:14: Wie würde so etwas ablaufen wenn man keinen Dirigenten hätte?
00:05:19: Also glaubst du, dass das überhaupt funktioniert?
00:05:21: Dass beispielsweise eine Oper von einem Ensemble gespielt wird ohne dass ein Dirigent dabei ist?
00:05:26: Also historisch hat sich das ja sowieso erst im neunzehn Jahrhundert entwickelt.
00:05:30: Alle Musik die davor war, die war auch etwas anders organisiert.
00:05:34: Der Konzertmeister hatte in dem Jahr hier... an diesem Vormittag Montags um zehn wahrscheinlich.
00:05:42: Aber
00:05:42: sie wollten nicht ein Stück weit auflaufen lassen?
00:05:44: Ja, das war so'n Spaß!
00:05:46: So'n professioneller Spaß.
00:05:47: Mal gucken was er macht und so... Ein
00:05:49: professioneller gemeinsamer Spaß.
00:05:52: Jetzt bist du seit Jahrzehntein, glaube ich hier zu uns an die Universität gekommen bis zum Jahrzehnzehnten da Und dirigierst quasi jetzt die Uni Koblenz.
00:06:03: Ich hoffe, diesen Spaß verzeiht mir der Präsident.
00:06:05: Aber das muss einfach sein!
00:06:08: Was ist hier dein Alltag?
00:06:09: Also was ist das Besondere hier?
00:06:10: Was tust du hier eigentlich?
00:06:13: Ja, es ist auch vielschichtig im Institut unter richtig Ensemble-Leitung über Schlagtechnik, über Probenkonzepte, Stimmbildung und über Bandbreite durch die Epochen.
00:06:25: Ich kann selbst Projekte kreieren.
00:06:27: wir haben verschiedene Ensembles.
00:06:29: Am Campus gibt es junge Symphonieorchester, für das ich zuständig bin in der Universitätskurve und die Vokalaussemble.
00:06:36: Und ja... Die Studierenden bieten eine große Bandbreite an mit unteren Campus-Prasblechbläsern, die sich zusammentun warten aber auch schon eine Holzbläser-Symphonie.
00:06:46: Ich freue mich jetzt dass wir im Herbst eine Kammeroppa aufführen Mit einem Partnerinstitut und zwei Singerinnen, die aus Bozen zu uns kommen.
00:06:56: Wir führen dann dem Oberlandesgericht die Opa weiße Rose von Udo Zimmermann auf.
00:07:01: Und ich finde dieser Mehrwert, das im Oberlandesgericht und Gerichtssaal aufzuführen ist sehr eindringlich und dass man sozusagen Unrechtjustiz reflektiert in diesem Gerichtsaal, indem heutzutage auch sowas wie syrische Folter verhandelt wird.
00:07:21: Ich glaube, die Musik kann da eine tolle Reflexion auch schaffen und eine emotionale Reflexionsbietung bieten.
00:07:31: Also normalerweise Spoilern wäre keine Termine.
00:07:33: aber für dich machen wir das mal ausnahmsweise da du es jetzt eh schon erwähnt hast.
00:07:37: also fünfter November, die weiße Rose im Oberlandesgericht in Koblenz.
00:07:43: Wer Christian mal live erleben will wie er den Taktstock schwingt kann dann dahin kommen.
00:07:47: Wir müssen aber jetzt gerade nochmal ein Stückchen zurückgehen.
00:07:50: Also das alles was du jetzt beschrieben hast ist letztlich dein universitäre Alltag.
00:07:53: also gibts Seminare, du organisierst Projekte Konzerte Opern mit verschiedenen Akteuren zusammen.
00:08:01: Das alles nennen wir irgendwie Unimus.
00:08:03: ich habe bis heute nicht verstanden warum?
00:08:05: Ja, ich glaube da wird auch ein bisschen was durcheinander gemengt.
00:08:09: Es gibt zunächst mal die Universitätsmusik Koblenz, die im Sommer immer die Universität Musik-Tage veranstaltet.
00:08:18: und Unimus ist der Titel dieses... Festivals, meist sind das mehrere Veranstaltungen.
00:08:24: Aber es haben sich auch so ein bisschen herauskristallisiert dass wir sehr oft die Musik Nacht geben, die dann manchmal bis zu zwei Pausen hat mit Verköstigung ist.
00:08:33: Wir haben sehr viel auch dort integriert zur Universitäts-Musikgottesdienste eine Reihe von Bachkantaten oder der Gleiche aufgeführt und auch jeweils dem Motto was wir uns geben Dann formaten wir.
00:08:48: Es gab einmal auch relativ früh, als die Flüchtlingswelle sozusagen Deutschland auch erreicht hat.
00:08:55: Gabs Unimus mit dem Titel Einbrüche und Aufbrüchen Und wir haben das dann wörtlich genommen.
00:09:01: Es gab einen Überfall der Blechbläser bei IKEA.
00:09:05: Wir haben in der Bettenabteilung gespielt und es gab ein Wohnzimmerkonzert.
00:09:09: was im Fallen da stattgefunden hat hat wahnsinnig Laune gemacht und der halbe Chor war hinterher in einem Sündenpultattag gesungen.
00:09:19: Jetzt kommt die Insider hin, ja?
00:09:21: Aber ihr seht schon.
00:09:22: also es ist unfassbar vielfältig was hier geschieht im Sachen Musik an der Universität Was Christian da auch stammt.
00:09:29: Wie ist das denn?
00:09:30: kann jeder eigentlich damit machen?
00:09:32: Kann jeder Musik studieren?
00:09:34: braucht man eine Vorbildung wenn man hier hinkommt was sind das für Menschen die studieren Also die hier Musikstudien?
00:09:40: Was machen die später mal?
00:09:43: Also, die Universität Koblenz hat ja einen großen Schwerpunkt in der Lehrumzausbildung.
00:09:48: Viele studieren Grundschule, Sekundarstufe eins.
00:09:51: Wir arbeiten noch immer daran dass sich das vielleicht auch noch erweitert.
00:09:57: Man kann Musikwissenschaft, Zweifach-Bachelor hier auch studieren.
00:10:00: Aber grundsätzlich ist der große Begriff Universitätsmusik sozusagen den zentralen Einrichtung zugeordnet und ergänzend für alle Studierenden und auch Campuszugehörigen geöffnet, da man Interesse am Singen hat Freude auch über den Coa-Menschen kennenzulernen, sich emotional auszudrücken.
00:10:21: Da sind die Ensemble alle geöffnet.
00:10:24: klar gibt es begrenzte Kapazitäten im Rockpop Ensemble vom Raum her und am Schlagzeug wie man das dann macht aber da wird auch rotiert.
00:10:32: zunächst mal sind alle herzlich willkommen im Orchester im Uni Coa mitzuwirken in den unterschiedlichen Ensembles.
00:10:40: Wir haben auch ein inklusives Ensemble.
00:10:43: Ich denke, für Menschen die Lehramtsstudien und andere Fächer kann das eine sehr wertvolle Erfahrung sein, in Interaktion, in Kommunikation dort zu sein und Wege zu finden, die man dann im Rahmen der Inklusion an der Schule brauchen
00:10:57: kann.".
00:10:58: Du sprichst es gerade schon so ein bisschen an?
00:11:00: Also ich meine klar bei uns sind viele zukünftige Lehrerinnen aktiv.
00:11:04: aber insgesamt warum braucht eine Universität überhaupt Musik?
00:11:08: Jetzt ganz abgesehen auch von dem Fach, was man studieren kann.
00:11:12: Also die Musik befördert das Zuhören aufeinander und ich finde es ganz wichtig dass man neben seinem Lern-Tunnel auch ein emotionales Ventil hat sich auszudrücken, dass man in der Persönlichkeit reift.
00:11:27: Es musizieren auch im Chorgesang zum Beispiel ist ja mehr als die Summe der Einzelteile wie das so schön heißt aber es Und eine Hingabe, die einem emotional viel geben kann.
00:11:41: Die auch sehr befreiend sein kann und ich lebe das als sehr sinnerfüllend also sinnstiftend.
00:11:50: Ich glaube es ist gut in einem universitären Alltag diese Freiheit zu haben in der Persönlichkeit drum herumzureifen.
00:11:59: Und gerade heutzutage wo viele Maschinen und KI Aufgaben übernehmen kann.
00:12:05: Es ist wichtig, dass wir Kreativitätsschulen, dass die Menschen sozusagen ihre Gesamtheit auch fördern und gesellschaftlich ist es ja so das bestimmte Felder zurückgehen und auch die Hochschulkonferenz sagt, dass kulturelle Förderung an den Universitäten wichtig ist und auch eine wichtige Aufgabe in Zukunft sein wird.
00:12:25: Du hast es gerade angesprochen.
00:12:26: Sinnstiftenden Musikern sind Stiften vielleicht auch Identitätsstiftend.
00:12:30: ein Stück weit sein?
00:12:31: Gibt es für dich irgendwie so ein Stück oder ein Deed, wo du sagst das war für mich der Schlüssel?
00:12:37: Oder ist mir besonders wichtig.
00:12:40: Also hier am Campus und mit der Universitätsmusik haben wirklich zum Teil sehr ausdrucksvolle Aufführungen gehabt.
00:12:46: ich fand's großartig dass wir des Warrequiers im Jahr zwanzigzwanzig zum fünfzigjährigen Kriegsende des Zweiten Weltkrieges aufgeführt haben.
00:12:54: Ich fand die Kombination mit der Einführung durch Professorin Kindhäuser Zehn Tage vorher ausverkauft, der Kinderchor dabei.
00:13:02: Die Mischung aus sehr ausdrucksvollen Solisten, großen Solisten... die U-Aufführung war ja mit einem russischen Sängerin, einem englischen, einem deutschen.
00:13:12: diese Kriegsparteien haben sich da wieder gespiegelt und Fischer Disco war der deutsche So List und sein erster Schüler hat bei uns gesungen.
00:13:21: Und das, ja, hat er erstens toll gemacht.
00:13:23: Ich fand es sehr über dem Stück und ich fand dass ein sehr ausdrucksvollen Abend.
00:13:28: Wir haben tolle Texte im Programmehaft gehabt und da sind wir sehr erfüllt rausgegangen auch an dem Ort der Florenskirche mit den Glocken die sich dann so am Ende eingebracht haben und vor allem viele Fragen gestellt haben.
00:13:43: also Musik ist hier manchmal nicht nur Antworten, die sie dir liefern sondern sozusagen auch in Fragen Horizont sozusagen zu eröffnen.
00:13:51: Du hast jetzt gerade schon zweimal also zum einen mit der weißen Rose aber jetzt grade dann hattest du halt eben auch diese Aufführung nochmal mit den ich letztes mal.
00:13:59: Besatzungsmächten von damals.
00:14:01: ist für dich Musik auch politisch?
00:14:04: Also Musik kann in vielen Funktionen eingesetzt werden kann auch missbraucht werden Aber es hatte auch die schöne Funktion ja Horizont zu öffnen und auch zusammenzuführen.
00:14:16: Wir haben einmal Weihnachten ein Konzert hier im DVJ gegeben, Choirs for Eco-Side Laws.
00:14:24: Es war ganz viel Popmusik und dort war eine große Interaktion zwischen Publikum und den agierenden möglichen.
00:14:32: Publikum konnte Texte eingeben in eine Maske und die wurden dann sozusagen ein paar Sekunden später dann versungen, eingesungen.
00:14:40: Und war ein Bestandteil.
00:14:42: aber ich fand auch toll das Professor Fischer aus der Biologie einen wissenschaftlichen Vortrag in die Musik eingebracht hat.
00:14:50: So ist dieses Konzept und das ist ganz großartig dass wir Wissensvermittlungen kombinieren können im emotionalen Ausdruck, in einem Musizieren was aus dem Heute Heute und aus dem jetzt kommt.
00:15:04: Welches Stück würdest du auf keinen Fall mehr hören wollen?
00:15:08: Gibt es eins, wo du sagst, das geht mir unfassbar auf die Nerven.
00:15:11: Es darf auch natürlich was aus dem Radio sein Aber vielleicht ja auch etwas, was tatsächlich hoch angesehen und gefeiert wird.
00:15:19: Und du sagts Bonn Nein Geht nicht mehr.
00:15:21: Ja Also ich erlebe sehr viel Musik und das überlagert sich dann immer.
00:15:29: Grundsätzlich gibt es Musik, die immer stärker wird wenn man sie öfter hört.
00:15:33: Also Opern von Verdi, von Wagner Strauss, die gewinnt man immer mehr raus.
00:15:39: was mich manchmal ein bisschen nervt sind Musiken, die, wenn man sich dann dreiviermal gespielt hat, haben da nicht so eine kompositorische Tiefe.
00:15:48: also wir haben Jenkins Arm Man wiederholt oder ich hab's drei mal aufgeführt und das ist jetzt abgespielt für mich.
00:15:55: Also ist ein großer Erfolg.
00:15:58: Damals war es in über fünfzig Ländern aufgeführt, seit seiner Uraufführung zweitausend.
00:16:04: Und es gibt so Musik... Ein Kollege hat mal gesagt die frühe Musik von John Rutter ist wie Harry Boe, wenn man zu viele vernässt.
00:16:11: Wird denn schlecht?
00:16:12: Okay!
00:16:14: Hörst du eigentlich auch Radio?
00:16:16: Selten.
00:16:17: also ich bin ja kein Autofahrer und selten radio eigentlich mich über ab und zu radio aber
00:16:22: Du kannst schon auch so Mainstream-Musik mit singen
00:16:27: Ja, also ich versuch ja auch auf dem aktuellen Stand zu sein.
00:16:32: Und
00:16:32: ich versuche dir zu folgen und denk mir jedes Mal verdammt das kennst du noch nicht mal hast du nie gehört?
00:16:37: Also ich muss mich hier auch outen!
00:16:38: Ich bin anscheinend da absolut nicht versiert was es angeht und ich denke mir immer so.
00:16:42: aber du hörst doch bestimmt auch Achtung, in Anführungsstrichen.
00:16:45: man sieht ja nicht mein Podcast.
00:16:47: Normale Musik oder nicht?
00:16:49: Und ich versuche die ganze Zeit irgendein Lied rauszukitzeln was ich wenigstens kenne aber alleine funktioniert nicht!
00:16:54: Ja ich komme schon von der klassischen Seite aber ich mache gerade auch eine Ausbildung für populären Gesangen und...
00:17:01: Du schulst dich weiter okay sehr spannend das heißt du kriegst tatsächlich Unterricht auch noch mal im Gesang?
00:17:09: Ja kann man so sagen.
00:17:11: Was war das letzte Lied was du üben musstest?
00:17:13: Aber was hatten wir zuletzt?
00:17:14: Ja, da ging's um Techniken.
00:17:16: Riturfast zum Beispiel.
00:17:18: Schatz, Ritura!
00:17:20: Wir waren ja gerade eben schon mit dem halben Uniko im Pool.
00:17:23: Wenn ich mich so recht erinnern nach dem Wohnzimmerkonzert... Die Sängerin
00:17:29: und Sängerin.
00:17:31: Gebt es so Running Gags oder Insider-Witze die tatsächlich nur Kometglieder verstehen?
00:17:37: Verhältst du uns ein?
00:17:38: Achja also ich finde Humor gehört dazu.
00:17:43: Es ist tatsächlich so ein Koalacht.
00:17:45: Danach klingen sie immer super, weil Sie viel aktiviert haben.
00:17:49: Ja manchmal gibt es schon so Irritationen.
00:17:51: Wir hatten einen Kollegen der trägt den Namen Moll und ich sagte dann ständig Herr Moll könnten Sie?
00:17:57: Und das halbe Orchester hat die Tonart H-Moll verstanden.
00:18:01: Ja warum H-moll?
00:18:02: wir sind doch in D-Dur oder
00:18:03: was?
00:18:05: Und es gibt so Missverständnisse.
00:18:06: Manchmal die sich aufklären und natürlich gibt's Wortverwechslau oder sowas.
00:18:12: aber
00:18:13: Hattest du schon mal so einen richtig peinlichen Versprecher auf der Bühne?
00:18:18: Also richtig
00:18:19: schlimm, wo ich sage das sollte nicht wiederholt werden eigentlich nicht.
00:18:23: Aber ich erinnere mich natürlich dass wenn man wechselt zwischen Dirigieren und Moderation, dass man vom Dirigentischen dann auch gefordert ist also sich etwa hoch atmet.
00:18:35: Ich habe mal Kölner Philharmonie moderiert da am twentzehnster Dezember Dann ist das erste Stück sehr vorder, dann dreht man sich rum und muss vor zweitausend Leuten sprechen.
00:18:44: Da habe ich gemerkt, ich muss erst mal durchatmen.
00:18:48: Man schwitzt dabei auch oder?
00:18:49: Das ist echt körperliche Arbeit!
00:18:51: Wenn man das so sieht, die schwitzen manchmal...
00:18:53: Ja da kommt schon einiges zusammen an Anforderungen.
00:18:56: Also man hat natürlich viele Menschen mit ihrem eigenen Werf, die man zusammenbringen will.
00:19:05: Vielleicht mutig heraus, der andere ängstlich.
00:19:07: Der eine weiß gerade die Stelle nicht.
00:19:10: und wie kann man das unterstützen?
00:19:12: Also die Anforderungen sind dann so... Manchmal muss man es gegenteil machen von dem was da steht und dann kommt trotzdem ein Pianosound raus.
00:19:19: Man dirigiert groß und kraftvoll weil wir grad so ein bisschen auch uns den Raum erobern müssen.
00:19:25: oder es darf eine spielerische Freiheit sein oder nach einer langen Energiestrecke kann man einfach mal locker halt suggerieren.
00:19:32: Und es ist eigentlich dieses Wechselspiel von Rollen, wenn ich Tierlieder komme.
00:19:36: Mach mal mit!
00:19:37: Ja ja ja oder sage hier müssen wir aber genau sein.
00:19:41: Es geht nicht... Also da muss man am Notentext bleiben und es kommt wirklich auf die Musiker.
00:19:46: Okay
00:19:46: also den nächsten Dirigenten, denen ich sehe egal wo das sein wird werde ich gedanklich in einem Schierliederkostüm sehen.
00:19:52: Das wird wirklich schwierig für mich.
00:19:55: Also sehr viele Rollen die da zusammen kommen auch mit Sicherheit eine sehr anstrengende Aufgabe.
00:20:00: Hast du so ein Gefühl dafür, wie lange kann man dir regieren ohne die Aufmerksamkeit zu verlieren?
00:20:06: Man spielt also mit diesen Rollen.
00:20:08: Wo man sagt, ich lass dich mal spielen.
00:20:10: Gib mir mal deinen Solo an und ich vertraue dir.
00:20:13: Wenn man lächelt vorher, komm, du machst das schon, strahlt Vertrauen aus.
00:20:17: Es gibt natürlich auch Dinge, wo man sagt bin ich selbst sehr gefordert.
00:20:20: Also Achtung hier!
00:20:21: Da bin ich an meiner Grenze das zu hören, das zusammenzubringen von der Schnelligkeit her, da bin ich dabei.
00:20:27: Da brauche ich einfach einen zweiten Versuch.
00:20:29: geht mal mit Wie lange?
00:20:32: Also es gibt ja zum Teil Stücke, die wirklich sehr wahnsinnig lang sind.
00:20:35: Aber es gibt dann auch Punkte wo man ein bisschen defensiver ist.
00:20:40: ich glaube wenn man permanent nur gibt Dann läuft das auch ins Leere und es gibt da einfach die Momente wo man spielen lässt und sich drauf setzt und sagt Ja dass fließt gut Das ist im Tempo Es ist aber so Wenn man ein Orchester ohne die Regierende loslässt.
00:21:00: Es passiert oft, dass das langsamer wird.
00:21:02: Sofort, langsame, langssame, so.
00:21:05: Weil man anfängt zu hören und zu hören dann zu warten bis der Klang bei mir ist.
00:21:10: Und wenn ich ihn bei mir höre, dann hat es schon dieser Klangweg... Herr Schall ist ja nicht so schnell wie Lichtgeschwindigkeit.
00:21:16: Dann verlangsamt sich das oft und das kommt darauf an ob man das will.
00:21:19: aber man kann das auch einsetzen und sagen wir gehen, wir gehen ,wir gehen und jetzt atmen wir aus Wir feiern diesen, dieses Erreichen nach Hause kommen oder einen Höhepunkt.
00:21:30: Erreicht dann den über schnell, schnell, da ist es!
00:21:33: Oder setzt man den und wartet und... Da ist es so.
00:21:38: Du nanntest ja gerade schon München mit sehr vielen, ich nenn sie jetzt mal... Aufführungen?
00:21:44: ...mitarbeitenden Aufführungen viel Druck.
00:21:48: Jetzt an der Uni ist das mit Sicherheit etwas anders.
00:21:50: Ich weiß du dir gehst ja auch noch in Köln und so ne'.
00:21:53: Aber was sind so die zentralen Unterschiede, wenn du so ein wirklich professionelles Orchester und Chor vor dir hast?
00:22:00: Und hier jetzt an der Uni.
00:22:02: Es sind ja keine Laien aber es ist ja auch nicht so dass deren Hauptberuf darin besteht diese Aufführung mit dir zu vollziehen.
00:22:11: Ja ich finde diese Mischung das junge Menschen sich Stücke oft auch zum ersten Mal in ihrem Leben erobern Nicht so auf den Tarifvertrag schauen das nicht zum fünftigsten mal machen also zur Aufführung wie Zauberflöte oder so, das ist bei den Profis oft im Bereich der Hunderten.
00:22:29: Also die Zauberglöte war eher eine kleine Zahl in München und wenn es dann wiederkommt... Man weiß dann professionell wo gibt man was?
00:22:41: aber emotional ist das halt etwas anders.
00:22:44: auch für ein Profi.
00:22:45: dann sowas zu generieren Bei den Studierenden ist immer auch ein bisschen schaffen das überhaupt.
00:22:52: Und es ist einfach etwas Neues und es ist so eine erste Erfahrung, die manchmal dann auch voller Herzlichkeit und Hingabe ist und hat.
00:23:00: ne frische und ne Jugendliche Dynamik und ne studentische Dynamik.
00:23:05: Das sind ganz schöne Dinge zu sehen.
00:23:08: Also eigentlich ein positives Resümee sonst wärst du ja wahrscheinlich nicht schon so lange hier bei uns.
00:23:13: Gott sei Dank!
00:23:15: Ich habe immer eine Abschlussfrage, die sich so in Richtung Utopia entwickelt.
00:23:22: Wenn du morgen ein neues musikalisches Projekt mit wirklich unbegrenztem Budget starten dürftest?
00:23:29: Zum einen was wäre das?
00:23:31: und zum anderen wenn du in die Zukunft schaust mit Hinblick auf Musik an der Universität Koblenz wo hättest du sie gerne in ferner Zukunft?
00:23:41: Also meine Perspektive ist ja auch viel die Perspektiv der Studierenden.
00:23:47: Was können Studierende gebrauchen?
00:23:49: Und ich sehe im Bereich der Musik lehrenden an Schulen auf das Genre des Musicals, des Schulmusicals oder einer schulischen Aufführung und sowas zu kreieren hier am Campus ist durchaus schwer.
00:24:02: uns fehlt eigentlich eine Bühne, die eine Böhnen tiefer hat oder auch ein Lagerraum und diese Dinge mal angehen oder anders noch einmal angehen.
00:24:14: Ich würde mir wünschen, dass wir dieses Genre des Schulmusicals unseren Studierenden leichter zur Verfügung stellen können und da gibt es eine große Bandbreite.
00:24:23: also ob das jetzt klassisches Musical ist oder wirklich für die Schule entwickelte Dinge im Puls, die daraus kommen.
00:24:30: Das kann ne Fantasiewelt sein oder Harry Potter oder diese Dinger.
00:24:35: Mir geht's in der Vermittlung um dieser dynamische Prozess von auf der Bühne stehen, langfristig was vielleicht auch auswendig lernen.
00:24:43: Vielleicht die Tontechnik die da rein spielt diese Prozesse dass wir die noch besser vermitteln können das finde ich sehr schön.
00:24:52: ja ich sehe natürlich dass es gesellschaftlich auch Veränderungen gibt aber auch eine große Ausweitung.
00:24:58: also als das junge Symphonieorchester am Campus gegründet war Da hatte man noch kein Jazz-Assemble hier.
00:25:05: Wir haben jetzt Workshops zum Beatboxen, auch zur Erstsemesterbegrüßung jetzt bald wird es Beatboxing geben.
00:25:11: also ich sehe dass es eine Ausdifferenzierung gibt großen vielen Teilbereichen und ich freue mich eigentlich auf diese Ausdifferentierung.
00:25:21: gleichzeitig ist es gar nicht so einfach dieses zu bedienen.
00:25:26: sozusagen freu mich wenn die Universität in ihren studentischen Zahlen weiter wächst und hier eine Vielzahl von Oswamel haben, die ja der Vielfalt der Menschen nach Ausdruck geben kann.
00:25:38: Ich glaube das...
00:25:40: Und du glaubst daran?
00:25:41: Du kämpfst dafür jeden Tag!
00:25:42: Das weiß ich.
00:25:44: Bevor ich ein offizielles Outro mache möchte ich dich noch um eine Sache bitten gibt unseren Hörerinnen doch drei Lieder mit auf den Weg, die sie sich jetzt nach dieser Podcastfolge anhören sollen und sehr gerne zumindest eins was auch ich vielleicht kennen könnte Wenigstens ein.
00:26:04: Was sich ausdrucksvoll finde, ist Schönberg Friede auf Erden.
00:26:08: Ist der Wunsch und beleuchtet wie Frieden auf Erde denkbar oder auch nicht denkbar?
00:26:16: Klassisch zur Zeit wo wir diesen Podcast aufnehmen, ausstrahlen – und wahrscheinlich leider auch noch das immer!
00:26:26: Ich fand großartig hier im Dezember Duke Ellington's Sacred Concert aufzuführen mit Big Band und Uni-Core.
00:26:33: Und wer das nicht erlebt hat, der darf diese spielerische Kreativität der JS Musikerin und Diskores einmal kennenlernen.
00:26:44: Das gibt es ja noch anzuschauen auf YouTube über unsere Öffentlichkeitsarbeit.
00:26:47: Der Uni ist da immer Zugriff drauf – das empfehle ich sehr!
00:26:52: Und im kommenden Jahr siebenzwanzig wird die Universitätsmusik kooperiert mit der Frankfurter Universitätersmusik und da gibt es einen Werk, das heißt Dream of Gerontius von Elgar.
00:27:05: Das ist ganz wunderbare Musik zu der ich jetzt schon einwarte.
00:27:08: Sehr schön!
00:27:09: Dann haben wir einen wundervollen Ausblick.
00:27:11: und nochmal den Hinweis tatsächlich auf unseren YouTube-Channel wo beispielsweise auch das Weihnachtskonzert noch zu hören ist vom letzten Jahr.
00:27:19: Christian, ich danke dir für diesen, ich sag mal klankvollen Einblick.
00:27:24: Auch wenn du mich nicht so richtig hast in dein Leben schauen lassen.
00:27:27: Dann noch zumindest in dem beruflichen Alltag den du hattest und den du hast.
00:27:32: Und dass du uns viel mitgeben konntest über Universitätsmusik aber letztlich auch was sie bewirkt, was sie bewirken kann und wo die Reise vielleicht auch hingehen kann.
00:27:43: Vielen Dank fürs Reinhören!
00:27:47: Hört euch die Musik an, die empfohlenen drei Titel.
00:27:49: Ich bin sehr
00:28:04: gespannt!
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